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Firefox-Vater übt Kritik an Google

02.01.2007 | 12:45 Uhr |

Blake Ross, Vater von Firefox, äußert sich in seinem Blog kritisch über Googles jüngste Praxis, seine eigenen Dienste und Produkte prominent an erster Stelle bei den Suchergebnissen aufzulisten.

Mit ungewohnt harschen Tönen hat sich Firefox-Vater Blake Ross in seinem Blog über Googles Verhalten geäußert. "Google hat mich heute verloren"; schreibt Ross. Hintergrund: Bei diversen Suchabfragen der Anwender präsentiert Google auf der Ergebnisseite an erster und damit promintenter Stelle so genannte „Tips“, bei denen die Anwender auf von Google stammende Software und Dienste hingewiesen werden, wie beispielsweise Google Calendar oder Google Picasa.

"Das ist eindeutig schlecht für die Mitbewerber und auch ein schlechtes Zeichen für Google", urteilt Ross. Es möge zwar sein, dass Konkurrenten ähnliches praktizieren, allerdings hätten diese sich nicht wie Google selbst dazu verpflichtet, immer gegenüber den Anwendern vertrauenswürdig zu sein.

Die „Tips“ seien nicht gut für die Anwender, weil Google darin Dienste empfehle, die nicht unbedingt zu den besten ihrer Art gehören. Google, so Ross weiter, verfolge die Idee, dass eine demokratische Struktur das Beste im Web an die erste Stelle befördert. Wenn aber Anwender beispielsweise nach dem Begriff „photo sharing“ suchen und ihnen dann Picasa empfohlen wird, dann erhalten sie nicht den für den gewünschten Suchbegriff besten Service an erster Stelle. „Entweder das Unternehmen glaubt nicht an seine eigene Suchtechnologie oder es glaubt nicht, dass seine Produkte gut genug sind, damit sie von selbst an erster Stelle auftauchen“, kritisiert Ross.

Google tue es zwar nicht, aber zumindest theoretisch könnte das Unternehmen diese „Tips“ laut Ross nutzen, um Produkte der Konkurrenz schlecht zu machen. Die Konkurrenz könnte sich dagegen nicht wehren und dafür sorgen, dass ihre Produkte an erster Stelle und vor den Google-Produkten bei den Suchergebnissen gelistet werden. Andrerseits hat Ross aber nichts dagegen, wenn Google seine Produkte per Werbung in den Suchergebnissen anpreist, nur in den Suchergebnissen hätten sie an erster Stelle nichts zu suchen.

Googles Mitarbeiter Matt Cutts, ein Spezialist im Bereich Suchmaschinen-Optimierung, reagiert in seinem Blog auf die Vorwürfe von Ross und gibt ihm sogar Recht. Es würde Sinn machen, bei speziellen Suchabfragen die Anwender auf einen besonderen Dienst von Google aufmerksam zu machen. Beispielsweise sei es gut, wenn ein Anwender nach Bildern von einem Gegenstand sucht und ihm dann in den Suchergebnissen der Tipp gegeben wird, die Bildersuche von Google zu verwenden. Auch wenn der Anwender den Begriff „Calendar“ eingibt, könnte ein Hinweis auf Googles Calendar erscheinen, der dürfte aber nicht bei zu vielen Suchbegriffen erscheinen. „Wenn die Entscheidung bei mir läge, dann würde ich diese Tipps ganz entfernen oder sie so weit zurückfahren, so dass sichergestellt ist, dass sie sehr gezielt erscheinen“, schreibt Cutts.

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