72990

Jeder Pixel für die Website

Die Mozilla Foundation hat ein Video veröffentlicht, das den Browser Firefox Mobile in einem frühen Stadium zeigt. Die Entwickler präsentieren das Bedienkonzept und stellen es zur Diskussion. Man kann jedoch sehen, dass sich die Programmierer bereits viele Gedanken gemacht haben. Das Konzept wirkt einfach und intuitiv.

Die Entwickler der Mozilla Foundation haben hart gearbeitet, seit sie sich im Oktober 2007 entschlossen, ihren Browser Firefox auf Handys zu portieren. Herausgekommen ist ein Konzept, das Azar Raskin, Chef der Abteilung für User Experience, in einem Video vorstellt und zur Diskussion freigibt. Die Veränderungen zu den ersten Ideen, die im Februar 2008 vorgestellt wurden, sind immens. Das Video zeigt den Prototypen von Firefox Mobile für Touchscreen-Handys in einem frühen Stadium. Raskin betont, dass in dem Video nur eine Möglichkeit vorgestellt wird, wie sich der Browser zukünftig benutzen lässt. Er lädt alle ein, neue Wege der Bedienung vorzuschlagen.

Das vorgestellte Konzept ist bereits weit fortgeschritten. Die Entwickler ließen sich sowohl von Apples Safari-Browser für das iPhone inspirieren als auch vom Firefox für den Computer. Wie Raskin in seinem Blog ausführt, ist gerade bei eingeschränkten Eingabemöglichkeiten und kleinen Bildschirmen die Präsentation der Inhalte und die Interaktion sehr wichtig. Standard-Benutzermodelle wie Menüs, Mauspfeile oder eine immer gleiche Benutzeroberfläche machen unter diesen Bedingungen wenig Sinn.

Der Prototyp zeigt nach dem Aufrufen die gespeicherten Lesezeichen und ein Feld mit einem großen Plus. Ein Klick darauf öffnet eine neue Internetseite, hier auch Tab genannt. Sie wird, anders als beim derzeit beliebtesten mobilen Browser Opera Mini, nicht in einer Übersicht dargestellt. In einer Ansicht wird die Seite soweit verkleinert, dass sie seitlich mit dem Ende des Displays abschließt. Der Browser nutzt jedes Pixel Display. Die Bedienelemente sind versteckt und werden erst sichtbar, sobald der Nutzer über das Ende der Seite hinausscrollt.

Am oberen Ende befindet sich die Adressleiste. Tippt der Nutzer darauf, schlägt Mozilla bereits besuchte Seiten vor. Die Vorschläge sind nach Häufigkeit und zeitlich geordnet. Am unteren Ende befinden sich die sogenannten Action-Buttons. Diese kann der Anwender frei mit beliebten Funktionen belegen, wenn er etwa häufig Nachrichten bei digg.com oder del.icio.us einstellt. Am linken Rand sind die Standard-Menüs. Mit ihnen kann der Nutzer eine Seite vor- oder zurückblättern, Lesezeichen hinzufügen und sich mehr Informationen über die geöffnete Seite anzeigen lassen. Sobald man diese Menüleiste öffnet, erscheint auch die Adressleiste wieder.

Firefox Mobile Concept Video from Aza Raskin on Vimeo .

Scrollt man die Seite nach links, kommt man in das Tab-Menü. Dort werden die einzelnen Seiten als kleine Bilder angezeigt und die Seite mit den Lesezeichen sowie das große Plus sind auch wieder zu finden. Hier lassen sich neue Tabs öffnen und die bestehenden frei verschieben und gruppieren. Das Konzept überzeugt. Die Entwickler haben sich viele Gedanken gemacht, wie man Firefox Mobile benutzerfreundlich gestaltet. Alles scheint einfach und intuitiv. Allerdings fehlt noch eine Funktion zum Schließen der Seite. Wer weitere Ideen, Kritiken und Vorschläge hat, kann die Demonstration im Blog von Azar Raskin kommentieren.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
72990