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Firefox-Entwicklungsleiter Mike Schroepfer zu Gast bei der PC-WELT

24.10.2006 | 14:05 Uhr |

Am Dienstag hatten wir bei der PC-WELT Besuch von Mozilla. Anlässlich des Starts von Firefox 2.0 befinden sich derzeit Mike Schroepfer, Vice President Engineering, und der Europa-Chef von Mozilla Tristan Nitot derzeit auf Europa-Tour. Nach London statteten die Beiden heute der PC-WELT in München einen Besuch ab.

Mike Schroepfer
Vergrößern Mike Schroepfer
© 2014

Gegenüber der PC-WELT erklärte Mike Schroepfer, dass Firefox 2.0 offiziell am Dienstag um 23 Uhr deutscher Zeit erscheinen wird. Man habe absichtlich diese Zeit gewählt, damit die Download-Server die Anfragen verarbeiten können.

Erfreut zeigte sich der Firefox-Entwicklungsleiter Schroepfer darüber, dass bereits jetzt ein enormer Ansturm auf den Download der neuen finalen Version erfolgt. So wie ihn bereits die PC-WELT seit Montag zum Herunterladen anbietet ( wir berichteten ). Über 100 Entwickler hätten in den vergangenen Monaten an der Weiterentwicklung des Browsers gearbeitet. Hinzu kämen zig Tausend Tester. Rund 40 bis 50 Prozent der PC-WELT.de-Besucher nutzen beim Besuch der Website den Firefox-Browser. Auch über diesen Anteil zeigte sich Schroepfer erfreut.

Laut Angaben von Schroepfer wird voraussichtlich in der kommenden Woche Firefox 1.5.0.8 erscheinen. Dabei wird unter anderem die Update-Funktion des Browsers aktualisiert. Ab dieser Version wird Firefox 1.5 den Anwender auch erst darauf aufmerksam machen, dass Firefox 2.0 zum Download bereitsteht und er die Wahl hat, ob er auf die 2.0-Generation upgraden möchte oder vorerst weiterhin die 1.5.x-Generation nutzen möchte.

Ein halbes Jahr lang nach Erscheinen von Firefox 2.0 wird es auch weiterhin (Sicherheits-)Updates für Firefox 1.5 geben, so dass also keine Eile geboten ist. Im Gegensatz zum Internet Explorer 7, der nur für Windows XP SP 2 und Windows Server 2003 verfügbar ist, hat Firefox damit weiterhin die Nase vorne: Der Browser unterstützt nicht nur alle Windows-Versionen ab Windows 98, sondern ist auch für alle anderen gängigen Betriebssysteme in fast 40 Sprachen erhältlich.

Zum Erfolg tragen auch die für Firefox verfügbaren Erweiterungen bei, deren Zahl sich mittlerweile auf über 1800 erhöht hat. Bisher sind die Seiten, auf denen die Erweiterungen angeboten werden, nur in englischer Sprache verfügbar. Mike Schroepfer kündigte gegenüber der PC-WELT an, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird und dass die Webseiten mit Erweiterungen für Firefox dann in allen Sprachen verfügbar sein werden, in denen auch der Browser selbst verfügbar ist. Die zahlreichen Erweiterungen helfen auch dabei, den Browser selbst schlank und auch für fortgeschrittene Anwender interessant zu halten. Erst wenn sich zeigt, dass die Masse der Firefox-Anwender eine durch eine Erweiterung ermöglichte Funktion praktisch findet, wird in Erwägung gezogen, diese auch in den Browser zu integrieren.

Dies geschah bei Firefox 2.0 beispielsweise bei den Schließen-Buttons in jedem Tab und der Browser-Session-Restore-Funktion, für die es für die Vorgängerversionen von Firefox 2.0 bereits diverse Erweiterungen gab. Die Browser-Session-Restore-Funktion ist übrigens praktischer, als auf den ersten Blick ersichtlich: Diese Funktion sorgt dafür, dass der Anwender nach der Aktualisierung des Browers oder einer Erweiterung, nicht mehr manuell den Browser neu starten muss. Firefox startet sich selbst neu und stellt dann auch alle vor dem Neustart geöffneten Tabs inklusive Inhalte wieder her. Das gilt auch, wenn Firefox abstürzt. Der Anwender kann diese Funktion aber auch gezielt nutzen, indem er in den Einstellungen unter "Allgemein, Wenn Firefox gestartet wird" den Menüpunkt "Fenster und Tabs der letzten Sitzung" auswählt. Fortan können Sie Firefox schließen und beim nächsten Start erscheinen genau die Websites in den Fenstern/Tabs, die bereits vor dem Schließen angezeigt wurden.

In Firefox 2.0 wurde ein Phishing-Schutz integriert, der standardmäßig eine Blacklist nutzt, um Anwender vor potenziell gefährlichen Websites zu warnen. Gegenüber der PC-WELT erläuterte Schroepfer, dass man sich für einen derartigen Offline-Schutz entschieden habe, um die Privatsphäre der Anwender zu gewährleisten. Die Blacklist wird regelmäßig im Hintergrund aktualisiert, auch dann wenn der Anwender gerade Firefox nutzt. Das soll gewährleisten, dass auch bei akuten Gefahren ein Schutz geboten wird. Die Blacklist selbst wird von Google gewartet und aktualisiert. Alternativ können Anwender aber auch einen dynamischen Phishing-Schutz aktivieren, bei dem ebenfalls eine Google-Technologie zum Einsatz kommt und bei der vor dem Besuch einer Website Informationen darüber an einen Server gesendet werden, der dann als Antwort liefert, ob die angesurfte Website sicher ist oder nicht.

Auf neu bekannt gewordene Sicherheitslücken in Firefox will man auch künftig zügig mit Updates reagieren. Gleichzeitig wurde auch schon mit den Planungen für die Version 3.0 begonnen, die Ende 2007 erscheinen soll. Schroepfer äußerte sich dabei positiv über die Resonanz der Community auf ein kürzlich gestartetes Wiki , in dem Vorschläge für Firefox 3.0 eingereicht werden können. Binnen Stunden nach bekannt werden dieses Wikis ( wir berichteten seinerzeit ebenfalls darüber ) seien unzählige, konstruktive Vorschläge eingereicht worden.

Eine ausführliche Vorstellung und den Download von Firefox 2.0 finden Sie in diesem PC-WELT Artikel: Firefox 2.0 – Finale Version ist erschienen

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