67252

Firefox 3.0: Neue Funktion könnte Website-Zugriffe blockieren

06.06.2007 | 12:54 Uhr |

Die Entwickler von Firefox diskutieren derzeit, ob in Firefox 3.0 eine Funktion integriert werden soll, die standardmäßig den Zugriff auf bestimmte Websites blockieren soll. Seitens einiger Entwickler ist Kritik an einer solchen Funktion geäußert worden.

Es ist bekannt, dass Google Websites darauf hin überprüft, ob sie Schädlinge verbreiten. Diese Informationen werden dazu genutzt, um bei Suchergebnissen Anwender vor dem Besuch dieser Sites zu warnen.

Die Entwickler von Firefox diskutieren derzeit, ob die Google-Informationen auch in Firefox 3.0 für eine neue Funktion genutzt werden sollen. Diese neue Funktion würde standardmäßig dafür sorgen, dass der Besuch von Websites mittels Firefox 3.0 blockiert wird, wenn Google die Websites als schädlich eingestuft hat.

Offiziell heißt es seitens Mozilla, dass man derzeit noch nicht bereit sei, über eine solche Funktion zu reden. Anders äußerte sich aber Alex Faarborg, bei Mozilla für das User Experience Design zuständig. In seinem Blog schrieb er kürzlich, dass Firefox 3.0 Websites blockieren wird, die schädliche Programme auf dem Rechner installieren wollen. In einem Beispielbild wird gezeigt, wie diese Warnung aussehen könnte: Die Adresszeile verfärbt sich rot und ein großer, ebenfalls in roter Farbe gehaltener Hinweis warnt vor dem Besuch der Site. Mozilla, so Faarborg weiter, sei im Gespräch mit Google über diese Funktion.

Unter den Entwicklern ist eine Diskussion darüber ausgebrochen, ob eine solche Blockier-Funktion überhaupt Sinn macht. Tony Chang, Software-Entwickler bei Google, der sich ausschließlich um Firefox kümmert, ist der Meinung, dass die Blacklist auf jeden Fall lokal auf den Rechnern der Anwender liegen müsste, um das Laden von Websites nicht zu verlangsamen.

Window Snyder, Mozillas Chief Security Officer, will sich derzeit noch nicht festlegen, ob diese Funktion wirklich in Firefox 3.0 integriert werden wird. Man überlege derzeit noch. Die Diskussion sei aber ein „Beispiel dafür, wie die Entwicklung bei Mozilla vonstatten geht“, so Snyder. Eine Idee werde ausgiebig diskutiert und die Vor- und Nachteile abgewägt.

Eine Blockier-Funktion in Firefox 3.0 wäre die zweite Sicherheitsfunktion, die die Firefox-Entwickler von Google übernehmen würden. Bereits die Anti-Phishing-Funktion in Firefox 2.0 stammt von Google.

Gefährliche Websites sammelt Google bei Stopbadware.org. Die dort gesammelten Informationen werden dann für die Suchergebnisse bei Google genutzt. In der Vergangenheit gab es Beschwerden von Website-Betreibern, die ihrer Ansicht nach zu Unrecht von Google beschuldigt wurden, Schädlinge zu verbreiten. Dementsprechend zeigen sich auch einige Firefox-Entwickler skeptisch darüber, ob es wirklich eine gute Idee ist, die Blockier-Funktion von Google in Firefox 3.0 zu integrieren. So kommentierte beispielsweise Gervase Markham, Entwicklungsleiter von Bugzilla, die geplante Funktion mit den Worten: „Was wir hier tun, ist Google die Veto-Macht über jede Website zu geben. Hmm…“

Ob diese Funktion nun ihren Weg in Firefox 3.0 finden wird, wird sich bis zum 17. Juli entscheiden. Laut dem derzeitigen Entwicklungsplan soll zu diesem Termin die Phase abgeschlossen werden, bis zu der neue Funktionen in den Browser integriert werden dürfen.

Jede fehlerhafte Blockierung einer Website könnte fatale Folgen für die Website-Betreiber haben. Zwar ist anzunehmen, dass Anwender auch trotz der Blockierung auf die Website zugreifen können, wenn sie eine Warnung wegklicken. Letztendlich werden sich aber viele Firefox-Anwender aber - erschreckt durch die Warnung - eher gegen den Besuch der Website entscheiden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
67252