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Firefox 2.0 vs. Internet Explorer 7: Die Qual der Wahl? Wie entscheiden Sie?

19.10.2006 | 14:18 Uhr |

Eine neue Generation der Browser ist angekommen oder naht. Die Rede ist vom frisch erschienen Internet Explorer 7 und dem demnächst erscheinenden Firefox 2.0. Ein Vergleich der beiden Versionen zeigt: Vom Funktionsumfang rücken beide deutlich näher. Zeit sich Gedanken darüber zu machen, welchen Browser man künftig nutzen möchte. Wie sieht es eigentlich bei Ihnen aus?

Die finale Version des Internet Explorer 7 ist erschienen. Vorerst nur in englischer Sprache, dennoch ist die Generation der neuen Browser eingeläutet. Die finale Version von Firefox 2.0 wird voraussichtlich in der kommenden Woche, am 24. Oktober, folgen.

Microsoft hat sich beim Sprung von IE 6 auf IE 7 außerordentlich viel Zeit genommen. Sage und schreibe fünf Jahre sind vergangen – eine Ewigkeit in der schnelllebigen IT-Welt. Immerhin soll künftig zwischen neuen IE-Versionen nicht mehr so viel Zeit vergehen. Und das ist auch gut so. Zwischen Firefox 1.5 und Firefox 2.0 ist dagegen nur knapp ein Jahr vergangen.

Beide Browser haben vieles gemeinsam. Die Firefox-Entwickler können kaum verleugnen, dass sie für die Version 2.0 auch auf den Konkurrenten IE geschielt und Funktionen adaptiert (abgekupfert, wäre an dieser Stelle ein vielleicht zu hartes Wort) haben.

Der IE 7 hat einen Anti-Phishing-Filter? Den erhält auch Firefox 2.0 (mit Googles Hilfe). Der Umgang des IE 7 mit RSS-Feeds ist schick – auch diese Funktion übernimmt Firefox 2.0. Ähnliches gilt auch bei den Schließen-Buttons in Tabs. Dass zwei Browser bewährte Funktionen gegenseitig austauschen, ist alles andere als verwerflich. Im Gegenteil: Im Internet lauern für alle Browser die selben Gefahren. Andererseits erleichtert es den Anwendern den Umstieg, wenn Funktionen zwischen den Browsers ähnlich ausfallen. Dazu gehört auch, dass Microsoft das RSS-Icon von Firefox verwendet, damit Anwender sich nicht umgewöhnen müssen.

Wer heute noch denkt, dass zwischen den Firefox- und IE-Entwicklern irgendeine Art Feindseligkeit herrscht, der täuscht sich und verkennt die Realität. Auf beiden Seiten arbeiten engagierte Entwickler, die ein gutes Produkt ausliefern wollen. Entsprechend herrscht auch ein reger Austausch. Erst vor kurzem war das Firefox-Team zu Gast bei Microsoft. Dabei ging es darum, wie man seitens Microsoft dem Firefox-Team helfen kann, seinen Browser bereit für Windows Vista zu machen. Die Gespräche sollen äußerst ergiebig gewesen sein. Davon werden Anwender profitieren, die auch unter Windows Vista ihren Firefox nicht missen möchten.

Ungeschlagen bleibt auch bei Firefox 2.0 das große Angebot an Erweiterungen und Themes. Hier hat der Browser die Nase vorne, auch wenn Microsoft verstärkt versucht, auf die Website ieaddons.com aufmerksam zu machen, auf der sich Erweiterungen für den IE finden. Firefox besitzt eine Import-Funktion für unter dem IE abgelegte Favoriten. Das erleichtert den Umstieg. Eine ähnliche Funktion hat der IE dagegen nicht zu bieten.

Gleichstand herrscht dagegen mittlerweile bei der Oberfläche. Beide Browser haben hier ihre Stärken und Schwächen. Und endlich beherrscht auch der IE Tabbed-Browsing, dass mittlerweile zum Surfvergnügen einfach dazu gehört und wohl kaum einer mehr missen möchte. Beim IE 7 bleibt aber dank des Verzichts unnötiger Menüs mehr Platz für die Website. Dafür lässt sich die Oberfläche von Firefox einfacher den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Dennoch hat auch der IE 7 Funktionen, die durchaus sinnvoll sind und die dem Firefox 2.0 fehlen. Dazu zählt die verbesserte Druckfunktion, die alle gerne nutzen, die ohne Papier verschwenden zu wollen komplette Websites ausdrucken möchten. Auch die Zoom-Funktion des IE 7 ist äußerst praktisch. Sie berücksichtigt sowohl die Texte, als auch die Bilder und das Layout von Websites und stellt dies trotz Verkleinerns oder Vergrößerns weiterhin lesbar dar.

Während der IE 7 rund 15 MB auf die Downloadwaage bringt, sind es beim Firefox 2.0 gerade mal 5 MB. Das lässt sich zumindest teilweise dadurch erklären, dass der IE 7 auch Systemdateien enthält, auf die andere Applikationen angewiesen sind. Im Betrieb nimmt der IE 7 etwas mehr Systemressourcen in Beschlag, als es Firefox 2.0 tut. Dafür verrichten beide Versionen so ziemlich gleich schnell ihre Dienste.

Wer hat die Nase vorn?

Firefox-Anwender dürften ihrem Firefox treu bleiben und für sie dürfte Firefox 2.0 die erste Wahl sein, auch wenn sich im Vergleich zur Version 1.5 nicht allzu viel getan hat. Wer bisher den Internet Explorer nutzte, wird dagegen ihm treu bleiben und sich über die vielen Neuerungen freuen.

Im direkten Vergleich hat weiterhin Firefox die Nase vorne. Vielleicht bringt der IE 7 den einen oder anderen bisherigen, standhaften IE-Anwender auf den Geschmack, mit Firefox einen Browser auszuprobieren, der vielfältiger, flexibler und besser ist. Letztendlich ist es aber eine Geschmacksfrage und sollte nicht zu einer Glaubensfrage hochstilisiert werden. Vielfalt ist hier das Stichwort, von dem beide Browser profitieren und damit auch die Anwender.

Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Was spricht Ihrer Ansicht nach für Firefox 2.0 oder Internet Explorer 7? Was vermissen Sie bei dem einen oder anderen Browser? Äußern Sie sich doch einfach hierzu unter dieser News!

Internet Explorer 7: Alle Details & mehr... (PC-WELT Online, 19.10.2006)

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