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Finanzportale unter Druck

06.04.2001 | 10:47 Uhr |

Die Flaute an den Börsen setzt auch die Finanz-Portale im Internet unter Druck. Die Zugriffszahlen gingen zuletzt dramatisch nach unten. Fast alle verzeichneten einen Einbruch bei der Zahl der angeklickten Seiten.

Die Flaute an den Börsen setzt auch die Finanz-Portale im Internet unter Druck. Die Zugriffszahlen gingen zuletzt dramatisch nach unten.

So verzeichnete OnVista im Februar einen Einbruch von knapp 26 Prozent bei der Zahl der angeklickten Seiten, bei Finanztreff gingen die Zugriffe binnen Monatsfrist um knapp 29 Prozent zurück. Wallstreet:online registrierte ein Minus von rund 16 Prozent. Dennoch geben sich die Betreiber der Finanzseiten gelassen und hoffen auf bessere Zeiten.

In den kommenden Jahren dürfte jedoch der ein oder andere auf der Strecke bleiben. Die Analystin Patricia Neuhaus vom Marktforschungsinstituts Jupiter MMXI rechnet fest mit einer Konsolidierung unter den derzeit etwa 40 bis 50 Anbietern von Finanz-Informationen im deutschsprachigen Internet. "Darunter sind auch viele kleine Unternehmen. Einige der Anbieter werden verschwinden", lautet ihre Prognose. "Außerdem wird es zu Kooperationen und Aufkäufen kommen".

Die Zahl der Seitenzugriffe ist entscheidend für die Höhe der Werbeeinnahmen. Je mehr Klicks, desto teurer lassen sich Anzeigen verkaufen. Bei wallstreet:online (Erkrath/Düsseldorf) wurden 1999 rund 70 Prozent des Umsatzes von 2,1 Millionen Mark mit Werbung erwirtschaftet, nur 25 Prozent mit dem Verkauf von Inhalten. Der Verlust lag nach diesen letzten aktuellen Zahlen bei 3,2 Millionen Mark.

Mit einem geänderten Angebot geht die gatrixx AG Mitte April an den Start. Dann wollen die Berliner die Finanzseiten gatrixx.de, instock.de und finanztreff.de zusammenlegen. "Diese Maßnahme hatten wir ohnehin geplant, das hat mit der Entwicklung an der Börse nichts zu tun", so die Sprecherin Stephanie Chevallier.

Im Gegensatz zu wallstreet:online und gatrixx bietet die Kölner OnVista AG kein eigenes redaktionelles Angebot. Informiert wird über Aktien, Fonds, Optionsscheine, geplante Börsengänge und Nachrichten aus der Finanzwelt. Außerdem kann der Surfer Real-Time-Kurse abrufen. "Unsere Zielgruppe ist der eher erfahrene Anleger, deswegen haben wir auch weniger unter der Börsenbaisse gelitten als andere", meinte Pressesprecherin Anja Seipp. (PC-WELT, 06.04.2001, dpa/ ml)

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