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Chip-Hersteller Qimonda meldet Insolvenz

23.01.2009 | 14:43 Uhr |

Die Infineon-Tochter Qimonda hat Insolvenz angemeldet. Der Wert der Aktie sank anschließend auf unter 10 Cent. Der strauchelnde Chip-Hersteller beschäftigt auch in Deutschland einige tausend Mitarbeiter.

Erst im Dezember des letzten Jahres sollten der Freistaat Sachsen, das Land Portugal und die Infineon AG, die derzeit 77,5 Prozent der Aktien von Qimonda hält, die Rettung bringen. Ein Rettungspaket im Wert von 325 Millionen Euro sollte geschnürt werden. Angeblich aufgrund der schwierigen konjunkturellen Lage und des massiven Preisverfalls in der DRAM-Industrie ist dieser Deal jedoch geplatzt. Ironischerweise werden gerade diese beiden Gründe auch bei Qimonda als Grund für die jetzige Insolvenz genannt.

Bei Infineon bedauere man diese Entwicklung und die ungewisse Zukunft der Mitarbeiter bei Qimonda sehr, so ein Sprecher. Kin Wah Loh, Vostandsvorsitzender der Qimonda AG, gibt sich optimistischer. Man werde die Insolvenz zur Restrukturierung nutzen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis stellen, so Loh.

Momentan beschäftigt Qimonda weltweit 12.200 Mitarbeiter, davon 1.400 in München und 3.200 in Dresden. Das Unternehmen setzt den Rotstift nicht nur in den USA und in China, sondern auch in Deutschland an: Die Backend-Fertigung für Komponenten und Module in Dresden wird geschlossen, die Produktentwicklung in München konsolidiert. Über das weitere Verfahren ist noch keine weiteren Details bekannt.

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