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Finanzhäuser und Internet-Firmen wollen Kinder-Pornographie bekämpfen

17.03.2006 | 10:31 Uhr |

Eine gemeinsame Koalition aus Finanzunternehmen und Internet-Firmen will den Kampf gegen Kinder-Pornographie im Internet aufnehmen. Ziel ist es, den Geldfluss für derartige Inhalte zu unterbinden.

Dem Kampf gegen Kinderpornographie im Internet haben sich weltweit die unterschiedlichsten Behörden und Einrichtungen verschrieben. Eine neue Koalition aus Banken und Internet-Unternehmen will nun das Übel an der Wurzel packen und die Geldströme zu den Anbietern dieser Inhalte trocken legen.

Die Vereinigung "Financial Coalition Against Child Pornography" besteht aus 18 Unternehmen, darunter AOL, American Express, Bank of America, Citigroup, Visa, Papal und Yahoo. Die Gruppe will weltweit mit Organisationen wie Child Focus, der Europäischen Föderation für vermisste und sexuell ausgebeutete Kindern und der Internationalen Vereinigung für Internet Hotlines zusammenarbeiten.

Derzeit sind in der Gruppe hauptsächlich US-Finanzhäuser vertreten, bei europäischen Banken wird die Initiative noch diskutiert. Es wird aber erwartet, dass diese in den kommenden Monaten ebenfalls beitreten werden, erklärte Dirk Debover, Sprecher von Child Focus Belgien.

Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Mechanismen auszuschalten, mit der Web-Seiten die Bezahlung von Kinder-Pornographie erhalten. "Wenn jemand Kinderporno-Bilder herunterladen will, kann er das mittels einer Kreditkarte bezahlen, als wäre die Transaktion legal", erläutert Debover. "Wir wollen diese kommerzielle Kinderpornographie illegal machen."

Wie das Ganze technisch erfolgen soll, wird derzeit noch geprüft. Eine Möglichkeit, die laut Debover diskutiert wird, wäre, die bereits bestehende Infrastruktur von Organisationen wie Child Focus zu nutzen. Über diese Vereinigung lassen sich Web-Seiten melden, die Kinderpornographie verkaufen. Child Focus gibt diese Infos an Behörden wie Interpol weiter. Diese wiederum untersuchen die Seiten eingehender hinsichtlich ihrer Legalität.

Die Mitglieder von "Financial Coalition Against Child Pornography" hoffen nun, dass Interpol Listen mit beanstandeten Seiten den an der Gruppe beteiligten Unternehmen zur Verfügung stellt. Dann könnte beispielsweise Visa überprüfen, ob ein in der Liste aufgeführtes Unternehmen, das eine Kinderporno-Site betreibt, auch Kunde bei dem Kreditkartenunternehmen ist. Ist dies der Fall, könnte Visa die Zusammenarbeit stoppen. "Das ist das Konzept", so Debover. Und weiter: "Jetzt müssen sich die Techniker zusammen setzen und ein effizientes System entwickeln". Die Vereinigung hofft, damit die kommerzielle Kinderpornographie bis zum Jahr 2008 auszurotten.

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