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Filmindustrie beginnt mit Klagen gegen P2P-Nutzer

05.11.2004 | 13:05 Uhr |

Jetzt ist es offiziell: Nach dem Vorbild der Musikindustrie wird nun auch die US-Filmindustrie, vertreten durch den Dachverband MPAA, gerichtlich gegen Tauschbörsennutzer vorgehen, die illegal Filme getauscht haben.

Lange hat sie gezögert, doch jetzt will auch die US-Filmindustrie dem illegalen Verbreiten von Filmen per Internet nicht mehr länger zusehen und die verantwortlichen Personen verklagen. Dies gab der Dachverband der US-Filmstudios, die MPAA (Motion Picture Association of America) gestern offiziell bekannt.

Der Tausch von Filmen per Internet ist nach Ansicht des Präsidenten der MPAA, Dan Glickman, für die Filmindustrie die größte ökonomische Bedrohung in ihrer 110-jährigen Geschichte. "Personen, die unsere Filme stehlen, denken sie sind im Netz anonym und können für ihre Taten nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sie liegen falsch. Wir wissen, wer sie sind und wir werden sie verfolgen, wie die Klagen beweisen werden", so Glickman.

Im weiteren Verlauf seiner Rede in der "School of Theater, Film and Television" der University of California in Los Angeles, verglich Glickman das Herunterladen von Filmen mit dem Ladendiebstahl einer DVD.

Die ersten Klagen gegen einzelne Anwender sollen demnach ab dem 16. November eingereicht werden. Die möglichen Geldstrafen sind dabei nicht unerheblich. So liegen diese bei bis zu 30.000 Dollar pro Film, der illegal kopiert oder per Internet angeboten wurde. Bis zu 150.000 Dollar pro Film werden dann fällig, wenn die jeweilige Person bewiesenermaßen vorsätzlich gehandelt hat.

Einer der prominentesten Befürworter der Klagen ist der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger.

Neue Brenner-Studie der FFA (PC-WELT Online, 27.10.2004)

U.S. Supreme Court soll sich mit P2P-Fällen auseinandersetzen (PC-WELT Online, 11.10.2004)

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