03.09.2004, 12:40

Thomas Rau, Annette Kniffler, Margit Kuther, Richard Coppola

Filme brennen: Kopie zeigt nur schwarzes Bild

13. Geschützter DVD-Film lässt sich nicht kopieren
Problem: Sie wollen ein Backup Ihrer Film- DVD erstellen. Doch der Film ist kopiergeschützt, und das Programm verweigert daher die Sicherung.
Lösung: Auch von einer geschützten Film- DVD lässt sich für den privaten Gebrauch ein legales Backup erstellen, indem Sie den Film während des Abspielens mitschneiden. Anschließend brennen Sie das Resultat auf DVD. Der Kopierschutz bleibt dabei unangetastet.
Allerdings brauchen Sie für diesen Zweck einen äußerst schnellen PC: Da die CPU den Film nicht nur abspielen, sondern gleichzeitig aufzeichnen muss, erhalten Sie erst mit einer 3-GHz-CPU eine gute Kopie. Gefordert ist zudem viel freier Platz auf der Festplatte. Außerdem benötigen Sie eine DVD-Player-Software wie die englischsprachige Freeware Media Player Classic. Aufnehmen können Sie mit der englischsprachigen Shareware Hypercam.
So gehen Sie vor: Starten Sie den Film im DVD-Player, und aktivieren Sie Hypercam. Definieren Sie nun auf der Registerkarte „Screen Area“ über „Select Region“ das Fenster, in dem der Film läuft. Legen Sie auf der Registerkarte „Avi File“ die Aufnahmequalität fest: Für „Rate in Frames per Second, Record“ ist ein Wert zwischen 20 und 25 empfehlenswert, die „Frame Compression Quality“ sollte bei 75 Prozent liegen. Unter „Avi File Name“ legen Sie Pfad und Dateinamen der Aufzeichnung fest. Die Klangqualität definieren Sie über „Sound“. Belassen Sie die Standardeinstellung. Aktivieren Sie noch „Record Sound“, sonst fehlt der Ton. Die Aufzeichnung startet und stoppt mit <F2>.
14. Filmkopie mit Hypercam zeigt nur schwarzes Bild
Problem: Sie haben mit Hypercam einen Film kopiert wie in Punkt 13 beschrieben. Als Sie die Kopie abspielen, sehen Sie aber nur ein schwarzes Bild.
Lösung: Hypercam hat ein schwarzes Bild aufgenommen, weil es die Videodaten im Abspielfenster des DVD-Players nicht „sah“. Das Problem kann bei aktuellen Grafikkarten auftreten, die beim Abspielen von Filmen Hardware-Beschleunigung unterstützen. Dann stehen die Filmbilder nicht im Grafikspeicher für den Windows-Desktop, sondern nur im Puffer der Grafikkarte. Im Player werden sie als „Overlay“ eingeblendet. Um das zu unterbinden, deaktivieren Sie die Hardware-Beschleunigung.
Bei Win XP verfahren Sie dabei wie folgt: Nach einem Rechtsklick auf den Desktop wählen Sie „Eigenschaften, Einstellungen, Erweitert, Problembehandlung.“ Schieben Sie den Regler hinter „Hardwarebeschleunigung“ auf die dritte Position von links. Die Erläuterung darunter sollte lauten: „Alle DirectDraw-, Direct3D-, Cursor- und Zeichnungsbeschleunigungen deaktivieren …“. Speichern Sie die Änderung. Jetzt sollte Ihre Aufzeichnung mit Hypercam klappen. Übrigens: Die Maßnahme kann dazu führen, dass Ihr Player den Film ruckelnd abspielt – und dadurch die Aufnahme ebenfalls ruckelt. Denn jetzt muss die CPU die Filmdaten allein aufbereiten, während vorher der Grafikchip sie dabei unterstützte.
15. Player-Software spielt Film ohne Hardware-Beschleunigung nicht ab
Problem: Sie haben die Hardware-Beschleunigung im Menü der Grafikkarte reduziert oder abgeschaltet, um mit Hypercam einen Film aufzuzeichnen (siehe Punkte 13 und 14). Nun verweigert die DVD-Player-Software den Dienst.
Lösung: Bei der Wiedergabe von Filmen greift DVD-Player-Software wie Win DVD, Cyberlink Power DVD 5.0 und Media Player Classic meist auf den Video-Overlay zu und setzt deshalb die aktivierte Hardware-Beschleunigung voraus. Andernfalls bricht sie ab oder liefert eine Fehlermeldung wie „Erstellen der Überlagerung fehlgeschlagen“. Da hilft es in den meisten Fällen nicht, wenn Sie sich an die Programmempfehlung halten und „Bildschirmauflösung“ sowie „Farbtiefe“ reduzieren.

Sie brauchen stattdessen einen anderen Player: Gute Erfahrungen haben wir mit der englischsprachigen Freeware Media Player Classic gemacht. Sie lieferte selbst bei einem PC mit 2-GHz-Celeron eine Aufzeichnung in akzeptabler Qualität.
Auch Power DVD kam ohne Hardware-Beschleunigung zurecht. Für die Kopie brauchen Sie hier aber einen PC mit 3-GHz-CPU. Ein Film, den wir mit Power DVD auf einem 2-GHz-Celeron-System aufzeichneten, zeigte dagegen so viele Pixelfehler, dass die Szenen kaum zu erkennen waren.
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