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Filesharing: Eltern haften für Kinder

19.10.2006 | 11:59 Uhr |

„Eltern müssen sich stets darüber im Klaren sein, dass sie als Inhaber eines Internetanschlusses für Urheberrechtverletzungen ihrer Kinder haften. Und das könnte sehr teuer werden!“ erklärt Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände.

Wie die Deutsche Landesgruppe der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) e.V. mitteilt, wurde in zahlreichen Verfahren in Deutschland wiederholt bestätigt, dass Eltern als Anschlussinhaber von Telefonanschlüssen im Rahmen der Störerhaftung für Verstöße gegen das Urheberrecht verantwortlich sind, die von den Kindern bewirkt wurden. So führte das Landgericht Hamburg jüngst ausdrücklich aus, dass das Überlassen eines Internetzuganges die Eltern dazu verpflichtet, die Internetnutzung ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls einzuschreiten, so die Landesgruppe.

Laut IFPI wurde selbst ein Oberbürgermeister als Anschlussinhaber für das illegale Angebot von 362 Titeln identifiziert und haftbar gemacht. Er zahlte sofort 3.500 Euro. Daneben wurde ein Vergleich über 10.000 Euro geschlossen. Koordiniert von der Deutschen Landesgruppe der IFPI sind in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Rasch seit Beginn der internationalen Aktion im März 2004 rund 11.500 Fälle von Urheberrechtsverletzungen zur Anzeige gebracht worden. Die durchschnittliche Vergleichssumme beträgt laut IFPI 3.000 Euro, wobei in Einzelfällen bis zu 15.000 Euro gezahlt wurden.

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