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Fiese VW-Schummelsoftware stammt wohl aus dem Jahr 2005

24.09.2015 | 13:45 Uhr |

Volkswagen hat die Schummel-Software für die Manipulation der Abgaswerte seiner 4-Zylinder-Dieselmotoren wohl bereits im Jahr 2005 entwickeln lassen.

Wie die FAZ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, soll VW die Schummel-Software (Defeat Device), mit der VW die Abgaswerte bei vielen Millionen 4-Zylinder-Dieselmotoren manipuliert hat, bereits im Jahr 2005 entwickelt haben. Damals begannen deutsche Automobil-Hersteller mit dem Versuch, die Diesel-Technologie in den USA für PKWs populär zu machen. Denn die USA waren damals – und sind noch immer – „Benziner-Land“.

Selbst sehr große und schwere Pickups wie der F-150 oder der Dodge RAM rollen dort mit Benzinmotoren durch die Gegend. Die dementsprechend viel Kraftstoff verbrauchen. Was angesichts der niedrigen Benzinpreise die Amerikaner aber nicht wirklich stört.

Der gestern zurückgetretene Martin Winterkorn war übrigens erst seit 2007 Volkswagen-Chef. 2005 führte noch der bald darauf entlassene Bernd Pischetsrieder das Ruder in Wolfsburg. Unter dem allgegenwärtigen Ferdinand Piech als Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Piech trat von diesem Posten erst im April 2015 zurück, nachdem er den Machtkampf gegen den Vorstandsvorsitzenden Winterkorn verloren hat.

Immer noch ungeklärt ist die Frage, weshalb die Schummelsoftware nicht nur auf den VW-Fahrzeugen in den USA, wo sie zur Erreichung der strengeren US-Abgasbestimmungen erforderlich war, sondern auch außerhalb der USA auf insgesamt elf Millionen Fahrzeugen installiert wurde. Denn in der EU benötigt VW diese Software überhaupt nicht, um die Abgasbestimmungen zur erfüllen. In den USA entstanden die Probleme dadurch, dass VW vermutlich die strenge Abgasnorm SULEV Stufe 2 erfüllen wollte. Darin geht es um den Ausstoß von Stickoxiden (NOx), für die diese Abgasnorm sehr strenge Richtwerte vorgibt.

Experten vermuten der FAZ zufolge, dass die VW-Programmierer einfach ein Komplett-Paket programmiert haben, aus dem dann nach Bedarf Teile aktiviert werden konnten. So eine grundlegende Entscheidung beziehungsweise Arbeit wäre dann aber nicht bei der VW-Tochter in den USA, sondern in Wolfsburg erledigt worden. Womit der schwarze Peter in der VW-Zentrale in Niedersachsen liegt.

Der Abgasskandal hat den Börsenwert von VW, aber auch von BMW und Daimler so stark reduziert, dass Apple theoretisch diese drei Unternehmen aufkaufen könnte.
 

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