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Feuerwehr will Streaming-App für Notrufe anbieten

10.07.2014 | 10:48 Uhr |

Weil bald sowieso die meisten Notrufe per Smartphone eingehen würden, will die Feuerwehr in England eine App entwickeln, mit der das Live-Bild vor Ort mit übertragen wird.

In England wählt man bei einem Notfall die 999 - das Äquivalent zur 112 in Deutschland. Aus diesem Grund hat die Feuerwehr "West Midlands Fire Service WMFS UK" ihr Projekt auch 999eye - also 999-Auge genannt. Der Plan: Eine Smartphone-App auf dem Gerät des Hilferufenden soll das Live-Bild vor Ort an die Einsatzkräfte übertragen. So sollen sich diese einen besseren Eindruck von der Lage verschaffen können, während sie unterwegs zum Einsatzort sind.

Statistiken würden belegen, sagen die Projekt-Leiter, dass im Jahr 2017 schon 40 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich ein Smartphone nutzen werden und die meisten Notrufe via Smartphone eingehen werden. Die Übertragung via Streaming soll nicht über einen Server laufen, sondern wie bei Peer-to-Peer-Verbindungen direkt vom Sender zum Empfänger. Außerdem sollen auch Standortdaten mitübertragen werden, damit die Einsatzkräfte genau wissen, wo sie hin müssen - auch wenn der Anrufer sich nicht klar oder falsch dazu äußert. Die Standortdaten sollen im Idealfall über GPS ausgelesen werden, wenn das nicht geht über WLAN oder die aktuell eingewählte Funkzelle.

Die Projektleiter stellen klar: Auf das bestehende Notrufsystem soll das Projekt keine Auswirkungen haben. Es sei nur eine zusätzliche Option. Auf dem Smartphone des Anrufers würden außerdem keine Daten gespeichert werden. Die Bedienung soll ferner so einfach gehalten werden, dass jeder, der auch ein Smartphone handhaben könne, damit klarkomme. Derzeit sucht 999eye nach Einsatzkräften, welche Interesse haben, an einem Pilotprojekt teilzunehmen und die Technik einzusetzen.

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