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Festplatten mit Lasertechnik

07.07.2007 | 14:09 Uhr |

Durch den Einsatz von Lasern kann die Geschwindigkeit magnetischer Festplatten verhundertfacht werden. Die ersten Prototypen werden jedoch erst in zehn Jahren verfügbar sein.

Durch die Verwendung Flash-basierter Festplatten konnte die Computerindustrie die Geschwindigkeit der Lese- und Schreibzugriffe bereits deutlich erhöhen. Wissenschaftlern gelang es jedoch mit einer neuartigen Technologie das Tempo von magnetischen Datenspeichern und den Faktor 100 zu erhöhen. Dabei kommt anstelle eines Magnetkopfes ein Laser zum Einsatz. Durch das magnetische Feld des Laserpulses ändert das Speicher-Material seine magnetische Orientierung. Die ersten Prototypen sollen jedoch erst in etwa zehn Jahren gefertigt werden können.

„Es ist uns in Experimenten der Nachweis gelungen, dass die Magnetisierung wiederholt und ohne Anwendung eines Magnetfeldes mit Hilfe eines einzelnen, alle 40 Femtosekunden zirkular polarisierten Laserimpulses umgekehrt werden kann", so Daniel Stanciu, Mitarbeiter des Instituts für Moleküle und Materialien an der Radboud University Nijmegen . Im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten, bei denen die Schreib- und Leserate in Millisekunden angegeben wird, benötigt die Lasertechnik nur wenige Femtosekunden, also den Billiardstel Teil einer Sekunde. Der Zugriff auf die auf der Festplatte gespeicherten Daten funktioniert mit ultraschnellen polarisierten Laserimpulsen. Durch eine Umpolung der Laser-Impulse werden Flächen auf dem Datenträger verändert und mit 0 und 1 beschrieben.

Ein aktuelles Problem der Lasertechnik ist, dass der auf der Festplatte durch den Laser gepolte Bereich fünf Mikrometer groß ist. Dies übersteigt die benötigte Fläche aktueller Speichersysteme deutlich. Die Gründe dafür sieht Stanciu in der derzeitigen Denkweise der Festplattenhersteller: „Die Industrie fokussiert ihre Forschungen lediglich auf die Verbesserung der Kapazität. Nicht, dass Leistungsverbesserungen nicht benötigt werden, zuerst kommt jedoch immer der Speicherplatz.“. Die stetig zunehmenden Datenmengen der kommenden Jahre können nach Ansicht der Forscher nur mit einer adäquat angestiegenen Geschwindigkeit verarbeitet werden.

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