27.06.2001, 13:20

Panagiotis Kolokythas

Festplatten mit 144 Millionen Gigabyte möglich

Der Festplattenhersteller Maxtor hat das 137-Gigabyte-Problem für Festplatten für die ATA-Schnittstelle gelöst. In Zusammenarbeit mit Compaq, Microsoft und VIA hat Maxtor eine neue ATA-Spezifikation entwickelt, die es erlauben wird, Festplatten herzustellen, die bis zu 144.000.000 Gigabyte und damit mehr als das 100.000fache der bisher möglichen Kapazität an Daten fassen können.
Bisher lag die maximal nutzbare Kapazität von Festplatten bei 137,4 Gigabyte. Festplattenhersteller Maxtor hat nunoffiziell bekannt gegeben, eine Möglichkeit gefunden zu haben, diese Grenze zu überschreiten.
In Zusammenarbeit mit Compaq, Microsoft und VIA hat Maxtor eine neue ATA-Spezifikation entwickelt, die es erlauben wird, Festplatten herzustellen, die bis zu 144.000.000 Gigabyte (144 Petabyte) und damit mehr als das 100.000fache der bisher möglichen Kapazität an Daten fassen können.
Die neue ATA-Spezifikation trägt die Bezeichnung ATA/ATAPI-6. ATA ist die Abkürzung für den amerikanischen Industriestandard "Advanced Technology Attachments", die die Kommunikation zwischen PCs und Speichergeräten beschreibt.
Das 137-Gigabyte-Problem beruht auf der Tatsache, dass die ATA-Spezifikation lediglich 28 Bit zur Datenadressierung zulässt. Damit machten bisher nur Festplatten Sinn, die eine Größe von 268.435.456 Sektoren (2 hoch 28) à 512 Byte haben und damit 137,4 Gigabyte an Daten fassen, weil nicht mehr Datenadressen zur Verfügung stehen und somit auch nicht mehr Sektoren adressierbar sind.
Die erweiterte Kapazität wird dadurch möglich, dass zur Adressierung von Daten für ATA in Zukunft 48 Bit verwendet werden. Damit wird dem Betriebssystem eine genügend große Anzahl an Sektoren (2 hoch 48, also 281.474.976.710.656 mögliche Sektoren) zum Ablegen der Daten auf der Festplatte zur Verfügung gestellt.
Zusätzlich hat Maxtor ein Verfahren entwickelt, das die bisher maximale Größe von Daten, die per Befehl an ANSI-Geräte übertragen werden können, von bisher 256 Sektoren auf 65.536 Sektoren (entspricht 33 Megabyte) erhöht. Das ist vor allem dann wichtig, wenn sehr große Dateien auf die Festplatte gespeichert werden sollen.
Die Nutzung einer 48-Bit-Adressierung für den Zugriff auf die Sektoren hat aber noch ein paar Nebenwirkungen: Die gängigen 32-Bit-Betriebssysteme sind nicht in der Lage, alle technisch adressierbaren Sektoren auch anzusprechen. Hier könnte sich als einziger Ausweg die Möglichkeit anbieten, mit solchen Betriebssystemen Sektoren nur bis zur 32-bit-Grenze anzusprechen und den restlichen nicht adressierbaren Festplatten-Speicherplatz einfach auszulassen. Selbst dann hätten die Festplatten immer noch eine maximale Kapazität von knapp 2200 Gigabyte.
Dennoch sieht Rob Short, Vizepräsident bei Microsoft für die Windows-Betriebssysteme, die Lösung des 137-Gigabyte-Problems als großen Erfolge: "Dieser Schritt ist ein wichtiger Schritt für die Evolution von Speicherkapazität".
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