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Fernsehzuschauer zappen weniger

07.11.2006 | 14:16 Uhr |

Buhl Data und die Fortbildungsakademie Medien in Siegen haben in einer Studie festgestellt, dass Zuschauer weniger wahllos die Programme wechseln als früher.

Die Forschergruppe TV2010 von Buhl Data und der Fortbildungsakademie Medien in Siegen hat neue Erkenntnisse über die Digitalisierung des Fernsehens in Deutschland veröffentlicht. Befragt wurden über 3.000 technikbegeisterte Nutzer digitaler Unterhaltungsgelektronik, wie z.B. Festplattenrekorder, DVD-Spieler oder digitaler TV-Empfang. Dabei kam heraus, dass die Befragten aufgrund von fehlenden neuen Formaten oder Diensten durch das digitale Fernsehen ihren Fernsehkonsum im Schnitt auf 130 Minuten reduzieren. Im deutschen Mittel läuft die Glotze dagegen täglich 230 Minuten.

Die Zielgruppe nutzt statt dessen verstärkt das Internet und greift Alternativen wie Spielekonsolen, Video-DVDs oder Ausgehen auf. Ebenso informieren sich die Testpersonen gezielter über das Fernsehprogramm via Internet, Zeitschriften und Videotext. Besonders hoch im Kurs stehen elektronische Programmführer (EPGs) in Set-Top-Boxen, die mittlerweile als Service ins Fernsehbild eingeblendet werden können. Angebote wie z.B. mobiler Empfang von Fernsehen am Handy werden dagegen als technische Spielerei abgetan. Diensten wie etwa ein "TV Google" oder Empfehlungssysteme weckten dagegen Interesse, selbst wenn sie kostenpflichtig wären. Dies widerlegt die bisherige Forschungsmeinung, dass der Fernsehabend allein durch Umschalten (Zapping) gestaltet wird. Der Ergebnisband "TV2010 Mission Complete?" kann kostenfrei auf der Sceneo-Homepage heruntergeladen werden.

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