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Fehlerhafte Notebook-Akkus: Wer ist sicher?

12.10.2006 | 10:44 Uhr |

Apple, Dell, Lenovo, Toshiba: Viele Notebook-Hersteller haben in den letzten Wochen wegen fehlerhafter Akkus Mobilrechner zurückgerufen. Doch wie sicher sind andere Notebooks, etwa von Acer, Asus und Samsung?

Mitte August startete Dell eine große Rückruf-Aktion für seine Notebooks: In über vier Millionen Mobilrechnern könnten fehlerhafte Akkus von Sony verbaut sein. Eine Woche später musste Apple zugeben, dass rund 1,8 Millionen Mac-Notebooks betroffen waren. Kurz darauf riefen auch Toshiba, Lenovo und Hitachi Notebooks zurück.

Sony beliefert als einer der weltgrößten Akku-Anbieter alle namhaften Notebook-Hersteller: Deshalb darf man davon ausgehen, dass auch in Mobilrechnern zum Beispiel von Acer, Asus und Samsung Akkus von Sony verbaut sind. Sind die Nutzer dieser Notebooks sicher oder haben die Hersteller etwas zu verbergen? Wir haben nachgehakt.

Acer gab auf unsere Nachfrage zu, ebenfalls Sony-Akkus in seinen Notebooks zu verwenden. Doch bis heute sei „kein Fall eines fehlerhaften Sony-Akkus in Acer-Notebooks bekannt“, so Oliver Ahrens, Geschäftsführer von Acer Deutschland. Acer prüfe aber trotzdem zurzeit intensiv die verwendeten Komponenten und mögliche Risiken. „Sollte diese Prüfung Risiken für Kunden aufzeigen, wird Acer entsprechend verantwortungsbewusst reagieren.“, so Ahrens weiter.

Auch Asus baut Sony-Akkus in seine Notebooks ein. Doch laut Holger Schmidt, Pressesprecher von Asus Deutschland, seien diese Akkus nicht aus der fehlerhaften Produktion. Für Asus-Notebooks bestehe deshalb keine Gefahr.

Samsung verweist auf seine strategische Partnerschaft mit den Akku-Lieferanten Sanyo und SDI, einem Samsung-Schwesterunternehmen: Daher sei man kaum auf Akkus von Sony angewiesen. Nur in den ultra-portablen Modellen der Q20/Q25-Serie seien Sony-Akkus verbaut gewesen. Diese seien aber nicht von den Rückruf-Aktionen betroffen, so Gyu Tae Shim, Leiter der Computer-Produktplanungsgruppe von Samsung.

Die zurückgerufenen Akkus von Sony können sich aufgrund fehlerhafter Herstellung überhitzen und im schlimmsten Fall sogar explodieren – so passierte es zum Beispiel einem Dell-Notebook auf einer Konferenz Mitte Juni in Japan. Ende September brannte ein Thinkpad-Mobilrechner auf dem Flughafen von Los Angeles.

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