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VIPRE steckt winlogon.exe in Quarantäne

02.11.2009 | 15:23 Uhr |

Durch einen Fehlalarm in den Virensignaturen hat das Antivirusprogramm Sunbelt VIPRE eine wichtige Systemdatei von Windows in den Quarantäne-Ordner verschoben. Als Folge startet Windows nicht mehr.

Fehlalarme von Antivirusprogrammen sind meist nur ärgerlich, werden jedoch zu einem ernsten Problem, wenn wichtige Systemdateien betroffen sind. So geschehen in der letzten Woche bei Nutzern von Norman Antivirus . Auch wer Sunbelts noch relativ junges Produkt VIPRE einsetzt, läuft Gefahr damit sein System wegen eines Fehlalarms zu zerschießen. VIPRE ist in diesem Jahr bereits mehrfach durch fehlerhafte Signaturdateien aufgefallen.

Das am 28. Oktober bereit gestellte Signatur-Update 5474 für Sunbelt VIPRE hat die Datei "winlogon.exe" bei internationalen Versionen von Windows XP, darunter deutschen, fälschlich als infiziert erkannt und entfernt. Auch englische Versionen mit nachinstallierten anderen Sprachen sowie Windows Server 2003 können betroffen sein.

Beim nächsten Neustart fährt Windows nicht mehr hoch sondern zeigt nur noch einen Bluescreen mit einer Fehlermeldung wie "C00021 Fatal System Error". Die Fehlernummer weist auf ein Problem mit der Datei winlogon.exe hin, die beim Start geladen werden soll.

Sunbelt Software hat die Bereitstellung der fehlerhaften Signaturdatei nach etwa 90 Minuten gestoppt und am 29. Oktober eine neue, korrigierte Signaturdatei mit der Nummer 5475 bereit gestellt. Eine auch für technisch weniger versierte Anwender sowie für Admins größerer Netzwerke geeignete Lösung zur Wiederherstellung betroffener Systeme hat der Hersteller jedoch noch nicht parat. Sunbelt arbeitet an einer Boot-CD, die es ermöglichen soll, die fälschlich in Quarantäne verschobene Datei wieder her zu stellen.

Probleme mit Fehlalarmen sind schon bei den meisten Antivirusprogrammen aufgetreten. Ein solcher Fehler weist auf Mängel in der Qualitätssicherung hin. Alle Hersteller testen Signatur-Updates mit einer Vielzahl harmloser Dateien aus gängigen Programmen, einschließlich Windows selbst. Doch wo Menschen arbeiten, passieren Fehler.

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