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Fastfood-Ketten auf Kinderfang

22.07.2007 | 15:37 Uhr |

Mit Hilfe von Online-Games und Videos versuchen immer mehr Fastfood-Ketten und Süßigkeitenhersteller bei Kindern für ihre Produkte zu werben – mit Erfolg. Bereits 43 Prozent der Kinder reagieren positiv auf die Internet-Werbeaktivitäten.

Immer mehr Fastfood-Ketten und Süßigkeitenhersteller setzen Online-Spiele und Videos ein, um Kinder für ihre Produkte zu begeistern. Das britische Magazin New Media Age belegt, dass die Unternehmen zunehmend auf Spiele und Cartoons setzen, um die Kids auf ihre Webseiten zu locken. Zwar würden die in Großbritannien geltenden neuen Richtlinien der Advertising Standards Association ( ASA ) eine direkt auf Kinder ausgerichtete Werbung der Fastfood-Restaurants verbieten, die meisten Firmen umgehen die Regelungen jedoch ungerührt.

Laut New Media Age machen sich McDonalds , Haribo und Co. eine Lücke im britischen Gesetz zunutze, um sich trotz der strengen Richtlinien auch an die junge Zielgruppe wenden zu können. Zwar halten sich alle Firmen an den Gesetzestext, die Grundlagen des aktuellen Werbecodexes werden jedoch so gut es geht umschifft, erklärt Nic Howell, Redakteur bei New Media Age . McDonalds hingegen sieht keinen Grund, Games von der eigenen Webseite zu verbannen: „Wir machen auf unserer Hompage sehr deutlich, dass unter 16-Jährige ihre Eltern um Erlaubnis fragen sollten, bevor sie die Kids-Zone betreten. Darüber hinaus geht es in erster Linie um Spaß und nicht um die Speisen, die wir anbieten", äußert sich der Fastfood-Riese. Auch Haribo zeigt sich von den Anschuldigungen sichtlich ungerührt: „Wir haben uns sehr bemüht sicherzustellen, dass all unser Marketing auf verantwortungsvolle Weise geschieht.“.

Derartige Marketing-Aktivitäten kommen nichtsdestotrotz bei der jungen Zielgruppe sehr gut an. Eine Umfrage der Intuitive Media unter 3000 Kindern belegt, dass 43 Prozent eher einen bestimmten Snack essen, wenn sie diesen zuvor im Internet gesehen haben. Webseiten, die sich rund ums Essen drehen, werden sogar von 61 Prozent der Kids angesteuert. Die ASA fordert nun eine klare Regelung für Online-Content, der sich speziell an Kinder richtet.

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