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Fast jedes zweite Kind nutzt soziale Netzwerke

14.04.2011 | 13:41 Uhr |

Fast die Hälfte der 6- bis 13-Jährigen nutzt soziale Netzwerke – doppelt so viele wie im Jahr 2008. Ein Drittel der Elfjährigen hat ein Webprofil. Das bringt Probleme mit sich.

Diesen Zahlen geht aus einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zum Mediennutzungsverhalten von Kindern hervor. Wie aber sollen sich besorgte Eltern verhalten, wenn es um den Umgang des Sprösslings mit dem Internet geht? Ein generelles Internetverbot dürfte kontraproduktiv und wenig zielführend sein. Stattdessen sollten die Kinder über die Gefahren aufgeklärt werden, die in sozialen Netzwerken lauern. Beispielsweise sollten Kinder wissen, was Identitätsdiebstahl bedeutet.

Denn nicht immer kennt man die Online-Freunde auch im wirklichen Leben. Ein großes Risiko ist das Kapern einer digitalen Identität („Identity Hijacking"). Dabei wird ein Profil des Opfers unter dessen richtigem Namen angelegt und der echte Freundeskreis unterwandert. Die Identitätsdiebe pflegen die Kontakte und drohen dann dem Opfer mit der Veröffentlichung peinlicher Bilder oder kompromittierender Kommentare.

So schützen Sie Ihre Kinder am PC und im Internet

Ebenfalls ein Thema ist „Phishing 2.0“, wie es Kaspersky nennt: Den gezielten Passwortklau kennt man meist nur vom Online-Banking, doch Phishing hat längst auch Soziale Netzwerke erreicht, wie das Sicherheitsunternehmen Kaspersky warnt. So gibt es Hacker, die entsprechende Webseiten detailgetreu nachbauen. Auch hier ist das Ziel, Anmeldedaten zu stehlen. Um einen Nutzer auf eine solche gefälschte Seite zu locken, verwenden Hacker zum Beispiel E-Mails, die einen Link zur gefälschten Seite enthalten. Loggt sich der ahnungslose Nutzer auf der gefälschten Webseite ein, sind Logindaten und Passwort verloren. Die so ergaunerten Daten werden auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft, wie Kaspersky ausführt.

Die Akte Facebook - So schützen Sie Ihre Privatsphäre

Soziale Netzwerke werden bei Cyberkriminellen auch zur Malwareverbreitung immer beliebter. Dabei gibt es unter anderem Attacken, die es speziell auf Facebook-Nutzer abgesehen haben. So haben Kaspersky-Experten kürzlich eine gefährliche App entdeckt, die sich über den Facebook-Chat verbreitet und aus der Neugier der Nutzer Geld macht, indem sie den Versand einer bestimmten SMS provoziert. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Wurm Koobface, der Facebook-Nutzer in mehreren Wellen über private Nachrichten kontaktierte und einen Link hinterließ. Klickte der Empfänger darauf, wurde der PC infiziert und konnte anschließend von Hackern ferngesteuert werden. Der infizierte Rechner wird auf die Weise Teil eines sogenannten Botnetzes und zum Beispiel für Angriffe auf andere Netzwerke oder Spamversand missbraucht.

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