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Falsches Bild von Virenprogrammierern

18.04.2005 | 14:21 Uhr |

Die gerne gehegten Vorurteile gegenüber Virenprogrammierern zeichnen ein falsches Bild.

Die gerne gehegten Vorurteile gegenüber Virenprogrammierern zeichnen ein falsches Bild. Dieser Ansicht ist zumindest Sarah Gordon , die über mehrere Jahre hinweg Interviews mit mehr als hundert Virenschreibern geführt hat. Sarah Gordon ist Forscherin bei Symantec und befasst sich mit der Psyche von Virenschreibern. Sie hat anonyme Interviews geführt und vieles erfahren, was nicht in das übliche Klischee passt, das die meisten mit Virenprogrammierern verbinden.

Zu diesem Klischee gehört etwa, dass es sich um einsame Menschen mit viereckigen Augen und ohne soziale Kontakte außerhalb der Online-Welt handelt. Sarah Gordon sagt hingegen, die meisten erwachsenen männlichen Virenschreiber, mit denen sie gesprochen hat, hätten durchaus eine Freundin. Es seien auch Frauen darunter und die hätten meist auch einen Partner.

Auch die in letzter Zeit oft geäußerste Annahme, das Programmieren von Malware geschehe aus finanziellen Interessen, sei weitgehend falsch. Zwar gebe es Einzelne, auf die dies zuträfe, die große Mehrzahl der Viren würde jedoch nach wie vor geschrieben, weil es als technische Herausforderung betrachtet würde. Gordon meint, diese Programmierer seien sich gar nicht darüber im Klaren, welche Schäden ihre Machwerke anrichten würden.

Eine vergleichsweise geringe Zahl von Schädlingen, wie Bagle oder Mydoom, stehe im Licht der Öffentlichkeit, während die meisten nur aus Neugier und Ehrgeiz erstellten Schädlinge im Dunkeln blieben. Die wenigen prägten jedoch das Bild. Das Programmieren von Viren sei verantwortunglos, aber nicht schwierig, meint die Amerikanerin. Sarah Gordon weilt derzeit in Europa, um eine wissenschaftliche Arbeit über diese Thematik abzuschließen.

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