75922

Falsche Angaben in Verkaufsprospekten: Was tun?

21.06.2001 | 15:38 Uhr |

Werbeprospekte sind ein beliebtes Mittel von Comtech, Media Markt, Promarkt, Vobis & Co, um Kunden auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Doch Vorsicht ist bei den Versprechungen in diesen Verkaufs-Flyern angebracht. Die im Prospekt gemachten Aussagen können vom Kunden nicht eingeklagt werden, "Irrtümer sind immer vorbehalten". Tatsächlich findet man immer wieder fehlerhafte Angaben in den Prospekten.

Werbeprospekte sind ein beliebtes Mittel von Comtech, Media Markt, Promarkt, Vobis & Co, um Kunden auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. Doch Vorsicht ist bei den Versprechungen in diesen Verkaufs-Flyern angebracht. Die im Prospekt gemachten Aussagen können vom Kunden nicht eingeklagt werden, "Irrtümer sind immer vorbehalten". Tatsächlich findet man immer wieder fehlerhafte Angaben in den Prospekten.

Dies war zum Beispiel in einem kürzlich erschienen Verkaufsprospekt der Firma Comtech der Fall. In dem Flyer wurde eine Geforce-2-Grafikkarte mit dem Zusatz "64 Megabyte DDR-SRAM (5 ns!!)" beworben. Der Text wurde durch Fettdruck zusätzlich hervorgehoben dargestellt. Das Fatale: Hierbei handelte es sich um einen Druckfehler. Der Arbeitsspeicher der Grafikkarte arbeitet stattdessen mit 5,5 Nanosekunden.

Was kann der Käufer nun tun? Alle Angaben in Verkaufsprospekten sind in der Regel durch folgende oder eine ähnliche Formulierung abgesichert: "Alle Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen. Technische Änderungen, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten". Der Kunde also nicht auf die Einhaltung dieser Angaben pochen.

Die Sachlage ändert sich jedoch, wenn, wie in diesem Fall, auch auf der Rechnung, die der Käufer erhielt, der falsche Wert angegeben ist. Dann handelt es sich nämlich um eine so genannte "zugesicherte" Eigenschaft.

Der Käufer hat dann normalerweise Anspruch auf Wandelung (Rückgabe der Ware bei Erstattung des Kaufpreises), oder auf Minderung (Preisnachlass). Theoretisch könnte der Käufer in so einem Fall sogar Anspruch auf Schadensersatz haben. Allerdings muss dies für jeden Einzelfall geklärt werden. Leider war bei Comtech für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss niemand zu erreichen.

Vor allem sollten Sie als Käufer sich nie auf die Angaben der Verkäufer verlassen, sondern diese immer überprüfen. Bei Einzelkomponenten wie Prozessoren, RAM-Bausteinen, Grafikkarten und Ähnlichem finden Sie die exakten Daten in der Regel aufgedruckt. Außerdem gibt es eine Reihe von Testprogrammen, mit denen sie die tatsächliche Leistung Ihrer Hardware überprüfen können.

Media Markt Tiefpreisgesetz gilt nur bedingt bei Onlineanbietern (PC-WELT Online, 19.06.2001)

Download: Diagnose-Tool für Intel-Prozessor

0 Kommentare zu diesem Artikel
75922