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Falcon 9 explodiert bei Landung

18.01.2016 | 10:12 Uhr |

Zum dritten Mal ist der Versuch gescheitert, eine Falcon-9-Trägerrakete erfolgreich zur Erde zurückkehren zu lassen. Bei der Landung klemmte ein Stützbein der Rakete, die daraufhin umkippte.

Kurz vor Weihnachten hat Elon Musk, Gründer und Chef des privaten Raumfahrtunternehmens Space X, noch triumphiert: Eine ins All geschossene Trägerrakete vom Typ Falcon 9 setzte ganz nach Plan ihre ins All transportierten Kommunikationssatelliten aus und kehrte danach unversehrt zur Erde zurück. Die erste Raketenstufe dieser Falcon 9 mit einem Großteil der Raketentechnik an Bord landete nach 20 Minuten Flug auf dem Landebereich von Cape Canaveral in Florida. Damit ist Space X dem Ziel näher gekommen, wiederverwertbare Trägerraketen verwenden zu können und damit die Kosten der Raumfahrt reduzieren zu können.

Landung auf See scheiterte erneut

Heute Nacht unternahm Space X nun einen weiteren Versuch mit einer wiederverwertbaren Trägerrakete vom Typ Falcon 9. Der Unterschied zur Landung kurz vor Weihnachten: Die erste Raketenstufe der Falcon 9 sollte wieder einmal auf einem Schiff im Pazifischen Ozean landen. Solch eine Landung auf einer im Meer schwimmenden Plattform hatte Space X bereits zwei Mal versucht, beide Versuche waren jedoch gescheitert.

So auch heute Nacht, wie sowohl Space X als auch Elon Musk twitterten. Die Aufsetzgeschwindigkeit sei Musk zufolge durchaus in Ordnung gewesen, doch einer der vier Landefüße der Rakete (genau gesagt: Stützfuß Nummer 3) rastete nicht korrekt ein, so dass die Rakete umkippte und explodierte. Möglicherweise war der Mechanismus eingefroren, wie Musk vermutete. Zudem herrschte am Landeort starker Wellengang, was die Landung sicherlich zusätzlich erschwert haben dürfte.

Musk veröffentlichte auf Instagram ein spannendes Video, das die gescheiterte Landung und die Explosion der Rakete zeigt.

Der restliche und kommerziell wichtigere Teil des Mission verlief aber erfolgreich: Die Falcon 9 setzte nach ihrem Start von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien einen Jason-3-Satelliten der Nasa zur Beobachtung von Meeresoberflächen aus.

Für Space X ist die Landung auf See wichtig, weil der Landeort damit flexibler gehandhabt werden kann als bei einer Landung auf Festland. Space X könnte mit einer Seelandung Treibstoff sparen, die gesamte Mission würde preiswerter und flexibler, das Schiff mit der Landeplattform könnte noch kurzfristig auf die Rakete ausgerichtet werden.

Bei der jetzt gescheiterten Rückkehr verwendete Space X eine ältere Version der Falcon 9, eine 9 v1.1. Die erfolgreiche Rückkehr im Dezember unternahm Space X mit einer moderneren Falcon 9. Künftig will Space X nur noch die neue Version der Rakete verwenden.

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