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Falcon-9-Rakete explodiert mit Facebook-Satelliten

02.09.2016 | 12:01 Uhr |

Eine Falcon-9-Rakete von Elon Musks Raumffahrt-Unternehmen SpaceX ist bei einem Test explodiert. An Bord: Ein Facebook-Satellit. Mark Zuckerberg ist tief enttäuscht.

Rückschlag für Elon Musk und SpaceX: Auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist eine Falcon-9-Rakete von SpaceX bei einem Testlauf für den für Samstag geplanten Start explodiert. Das Dumme dabei: Der Satellit, den die Falcon 9 am Samstag ins Wellall befördern sollte, war bereits an Bord der Rakete. Der Satellit wurde somit zerstört. Worauf Facebook-Chef Mark Zuckerberg „tief enttäuscht“ reagierte.

Denn der Satellit Amos-6, er stammt von dem israelischen Raumfahrtunternehmen Spacecom, sollte für Facebook arbeiten. Facebook will Regionen in Schwarzafrika, die noch keinen oder nur einen schlechten Zugang zum Internet besitzen, endlich mit einem schnellen Internetzugang versorgen. Das soll über zwei Wege passieren: Über die Drohne Aquila und eben über Satelliten.

Facebook will zusammen mit Eutelsat und Spacecom einen Satelliten-basierten Internetzugang aufbauen, der ab der zweiten Hälfte 2016 Gebiete in West-, Ost- und Südafrika an das Internet anschließt. Zuckerberg will damit über 14 dicht besiedelte Staaten, die südlich der Sahara liegen (Subsahara-Region), via AMOS-6-Satellit ans Internet anbinden und die Kapazitäten an dem Projekt nutzen, um kostenlos grundlegende Internetdienste zur Verfügung zu stellen. Wie beispielsweise eine Internetsuche oder Zugang zu Gesundheitsinformationen. Eutelsat dagegen will kommerzielle Dienste für Unternehmen zur Verfügung stellen.

Für dieses Vorhaben stellt der zerstörte Satellit einen schweren Rückschlag dar, wie Zuckerberg einräumt. Zuckerberg betont aber, dass er nicht aufgibt und an seinem Plan festhält, bisher vom Internet abgekoppelte Regionen anzuschließen.

In diesem Zusammenhang betont Zuckerberg, dass ihn nicht der finanzielle Verlust schmerzt, sondern nur die Verzögerung, die durch den Ausfall des Satelliten entsteht.

Menschen kamen bei dem Unfall auf dem Gelände von SpaceX bei Cape Canaveral – dem Launch Complex 40 - nicht zu schaden. Beobachter sprechen von Druckwellen, die man spürte. Und großer Rauchentwicklung. Augenzeugen sahen einen Feuerball und hörten mehrere Explosionen. Auf einem der Videos oben ist die Explosion zu sehen.

Die Suche nach der Unglücksursache läuft noch. Die Explosion fand aber ganz offensichtlich im Bereich des oberen Tanks statt.

Damit dürften sich auch die nächsten geplanten Starts der Falcon-9 verschieben. Nicht nur, weil SpaceX erst einmal sicher den Grund für die Explosion verifizieren muss. Sondern weil die Explosion wohl auch die Startvorrichtungen auf dem Gelände beschädigt hat.

SpaceX versorgt mit der Transportkapsel Dragon an Bord der Falcon 9 die Internationale Raumstation ISS. SpaceX besitzt zwar auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien ein weiteres Startareal, doch dieses ist nicht dafür geeignet, um Raketen zur ISS zu schießen. Von Kalifornien aus schießt SpaceX nur Raketen in eine erdnahe Umlaufbahn, auf der die Satelliten über den Polen der Erde kreisen.

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