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Facebook entschuldigt sich für Zensur bei Domian

19.03.2013 | 13:01 Uhr |

Facebook hat sich am Dienstag öffentlich beim deutschen Radiomoderator und Journalisten Jürgen Domian entschuldigt, nachdem Einträge auf seiner Facebook-Seite zensiert worden waren.

Der deutsche Journalist und Radiomoderator Jürgen Domian hatte am Montag auf seiner Facebook-Seite öffentlich seinen Frust über Facebook geäußert. Facebook hatte laut Domian eine Reihe von Beiträge und Kommentare gelöscht. "Stein des Anstoßes ist wohl mein kritischer Beitrag zu dem Auftritt des erzkonservativen Katholiken Martin Lohmann bei Günther Jauch. Diesen Beitrag haben immerhin 1,1 Millionen Menschen gelesen", schrieb Domian. Von Facebook sei ihm mitgeteilt worden, dass die Texte gegen die Richtlinien von Facebook verstießen.

Domian kritisierte daraufhin, dass das Handeln von Facebook mit der Meinungsfreiheit "nun rein gar nicht mehr zu tun" habe. "Fanatische Kirchenanhänger", so Domian weiter, hätten bei "Facebook so viel Wind gemacht, dass man dort eingeknickt ist. Das finde ich ausgesprochen erschreckend." Im Posting wiederholte er schließlich seine von ihm getätigte und von Facebook dann gelöschte Meinung

„Manche Menschen wachsen mit und in ihrem Amt. Und so werden wir uns vielleicht noch über Franziskus wundern. Hoffen wir es! Geben wir ihm eine Chance! In einem halben, spätestens einem Jahr wissen wir mehr.“

Die Facebook-Nutzer schlossen sich der Aufforderung von Domian an, den Text zu teilen. Insgesamt über 28.600 Mal wurde der Text unter den Facebook-Nutzern geteilt und fast 3300 Mal kommentiert.

Facebook hat dann schließlich kurz nach Mitternacht Dienstag früh reagiert. Facebook-Sprecherin Tina Kulow entschuldigt sich in einer offiziellen Stellungnahme beim Domian. Schuld sei ein Fehler beim Bearbeiten eines Reports gewesen, den das Report-System geliefert habe. Das Report-System werde dazu genutzt, um die Facebook-Nutzer beispielsweise vor Hassreden und Mobbing zu schützen. Kulow betont weiter, dass Facebook ein Ort sein solle, in dem Menschen offen diskutieren können.

Das Facebook-Statement im Wortlaut:

In dem Bemühen, die vielen Reports von Nutzern, die wir jeden Tag erhalten, schnell und effizient zu bearbeiten, schaut sich unser User Operations-Team Hunderte von Tausenden von Reports zu Inhalten jede Woche an. Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hass-Rede und Mobbing zu schützen und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden.   Und wir wissen, dass dies frustrierend sein kann, wenn wie in diesem Fall, solch ein Fehler passiert.   Wir möchten, dass Facebook ein Ort ist, wo Menschen offen diskutieren können, ihre Fragen und ihre Meinung äußern können, während die Rechte und Gefühle anderer respektiert werden. Einige Kommentare und Inhalte können für jemanden störend sein - Kritik an einer bestimmten Kultur, Land, Religion, Lebensstil oder politische Ideologie, zum Beispiel. Das allein ist kein Grund, um die Diskussion zu entfernen. Wir glauben fest daran, dass Facebook-Nutzer die Möglichkeit haben, ihre Meinung zu äußern, und dass wir in der Regel diese Inhalte, Gruppen oder Seiten, die sich gegen Länder, Religionen, politischen Organisationen oder Ideen richten, nicht entfernen.   Entschuldige bitte, https://www.facebook.com/Domian.Juergen!!!

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