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Facebook ändert Klarnamenzwang für Lesben, Schwulen, Bisexuelle & Transgender

02.10.2014 | 10:06 Uhr |

Nachdem die Social-Media-Plattform zuletzt Mitgliedern der LGBT-Gemeinschaft mit seinem Klarnamenzwang zugesetzt hatte, rudert Facebook nun zurück. Schule, Lesben, Bisexuelle und Transgender müssen auf Facebook nicht unbedingt ihre Klarnamen verwenden.

Facebook fordert grundsätzlich von seinen Mitgliedern, dass sich diese unter ihren echten Namen anmelden: Der so genannte Klarnamenzwang. Mitarbeiter von Facebook sollen die Community regelmäßig auf Fake-Namen überprüfen und diese dann sperren (was in der Praxis erfahrungsgemäß aber nicht immer der Fall ist).

Zuletzt versuchte Facebook diesen Klarnamenzwang auch bei Lesben, Schwulen, Bissexuellen, Transgendern und Transsexuellen (auch als LBGT bezeichnet) durchzusetzen, die auf Facebook nicht unter ihrem bürgerlichen Namen unterwegs waren und die als Fake-Namen von anderen Benutzern gemeldet wurden. Also beispielsweise Drag-Queens: Männer, die künstlerisch übersteigert als Frauen auftreten. Viele Drag-Queens und andere Betroffene vermeiden in der Öffentlichkeit (und damit auch auf Facebook) bewusst ihren echten Namen, um unangenehmen Nachstellungen, Diffamierungen und anderen Problemem aus dem Weg zu gehen. Facebook sorgte mit seinem rigiden Vorgehen für reichlich Ärger unter den Betroffenen, viele LBGTler kündigten ihre Facebook-Accounts.

Jetzt hat Facebook auf den Unmut reagiert. Facebook hat sich nicht nur für die entstandenen Probleme entschuldigt. Sondern es will die Authentifizierungstools dahingehend ändern, dass zum Beispiel Drag Queens und Drag Kings (also Frauen, die sich als Männer in der Öffentlichkeit zeigen) ihre selbst gewählten Pseudonyme behalten können. Facebook wolle für diese Gemeinschaft in Zukunft einen besseren Service und eine bessere Nutzererfahrung bieten. Um das zu erreichen wolle Facebook den Klarnamenzwang bei diesen Benutzern flexibler handhaben. Und zwar derart, dass LBGT-Mitglieder nicht ihren tatsächlichen bürgerlichen Namen (also den aus Personalausweis/Reisepass) bei Facebook führen müssen. Sondern stattdessen auf Facebook auch ihr selbst gewähltes LBGT-Pseudonym verwenden dürfen. Unter der Voraussetzung, dass sie dieses Pseudonym auch im richtigen Leben verwenden.

Facebook bietet 60 Geschlechter zu Auswahl

Das teilte Chris Cox, CPO von Facebook jetzt mit. Cox betonte, dass Facebook niemanden dazu zwingen würde, sein korrekten standesamtlichen Namen auf Facebook zu verwenden. Sondern Facebook fordere lediglich, dass man auf Facebook eben den Namen verwenden würde, den man auch im richtigen Leben verwende. Cox nannte dann ein prominentes Beispiel: “ Wer sich auf der Straße Sister Roma nennt, heißt eben auch auf Facebook Sister Roma“.

Einige der Betroffenen haben auf Facebooks Kurswechsel bereits reagiert und Facebook dafür gelobt: „Die Drag Queens sprachen und Facebook hörte zu“. Auch Sister Roma, ein/eine Wortführer/in des Protestes gegen Facebooks harsches Vorgehen gegen LBGTs, stimmte in den Jubel ein:“Ich habe immer gewusst, dass Facebook das Richtige tun würde“.

Erst kürzlich kam Facebook der LBGT-Gemeinschaft weit entgegen und stellt für die Benutzerprofile 60 Geschlechter zur Auswahl.
 

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