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Facebook löscht Account von Isis - ein Missverständnis

18.11.2015 | 16:19 Uhr |

War Facebook im Unterbinden terroristischer Propaganda übereifrig? Das legt dieser Fall aus Kalifornien nahe.

Auf Twitter beklagte sich am Montag eine junge Software-Entwicklerin, dass Facebook ihren Account gesperrt habe. Eine Rolle bei der Sperrung könnte - Facebook hat das aber nicht bestätigt - der Name der Frau gespielt haben: Isis Anchalee. Die Frau hatte offenbar den gleichen Verdacht und schickte gleich mehrmals eine Kopie ihres Personalausweises ein. Zum Beweis, dass es ihr wirklicher Name sei. Beim dritten Versuch erbarmte sich Facebook und schaltete den Account mit einer Entschuldigung wieder frei. Der Facebook-Mitarbeiter Omid Farivar bekräftigte, nichts über die Gründe der Sperrung zu wissen. Er entschuldigte sich ebenfalls bei der jungen Frau via Twitter.

Isis Anchalee reagiert genervt auf die Reaktionen bezüglich ihres Namens. Sie hätte gerne jedes Mal 5 Dollar, wenn ein Uber-Fahrer sie auf ihren Namen anspricht, tweetet sie. Und: Nein, ich werde nicht meinen Namen ändern. Das haben ihr offenbar mehrere Personen bereits vorgeschlagen. Stattdessen hätte sie gerne, dass man das arabische Akronym für die Terrorvereinigung verwendet: DAESH. Diese Bezeichnung ist in Frankreich gebräuchlicher und wird auch im englischsprachigen Raum verstanden. Der IS selbst mag das Wort angeblich nicht, weil es angeblich klingt wie "mit dem Auto überfahren".

Erst im August hatte Isis Anchalee, damals noch unter dem Nachnamen "Wenger", übrigens für Schlagzeilen gesorgt. Die Entwicklerin wurde neben einigen Kollegen ihrer Firma als Motiv für eine Werbekampagne der Firma abgebildet. Die Plakate lösten teils sexistische Bemerkungen in den sozialen Netzwerken aus. Daraufhin startete die Frau die Kampagne #iLookLikeAnEngineer, die sich damit auseinandersetzt, dass es kein typisches Erscheinungsbild einer Entwicklerin gebe.

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