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Facebook hat noch immer ein Nippel-Problem

12.10.2016 | 14:17 Uhr |

Facebook gerät nach dem Löschen eines Artikels über Mammografie, in dem eine nackte Brust zu sehen war, erneut in die Kritik.

Facebook ist beim Jugendschutz, vor allem wenn es um die weibliche Brust geht, sehr streng. Das soziale Netzwerk sperrt jegliche Beiträge, wenn auf deren zugehörigen Bildern weibliche Brustwarzen zu sehen sind – ganz egal in welchem Kontext sie stehen.

So entfernte Facebook erst in dieser Woche einen Artikel von Frankreichs größter Tageszeitung Les Décodeurs. In dem Bericht ging es um die Überarbeitung des Mammografie-Programms in Frankreich. Auf dem Artikel-Bild war eine Frau mit entblößter Brust zu sehen, bei der gerade eine Mammografie durchgeführt wird. Facebook stempelte den Artikel als pornografischen Inhalt ab und entfernte ihn kurzerhand aus dem sozialen Netzwerk. Als dem Unternehmen daraufhin ein Sturm der Empörung entgegenschlug, wurde der Artikel am gestrigen Abend schließlich wieder hergestellt und Facebook entschuldigte sich für das Versehen.

Facebook hat strikte Community-Standards, die die Veröffentlichung von Nacktfotos und sexuell expliziten Inhalten verbieten. Obwohl Facebook behauptet, dass Fotos von stillenden Müttern oder Brustamputationsnarben von diesem Verbot ausgeschlossen seien, scheint das Unternehmen beim Sperren von Inhalten oftmals sehr übereifrig zu sein.

Der Nippel-Phobie des sozialen Netzwerks fielen so unter anderem schon Gemälde, Aufklärungskampagnen und ein ikonisches Foto aus dem Vietnam-Krieg zum Opfer . 2015 wurde ebenfalls bereits ein Mammografie-Foto entfernt. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, bei fremdenfeindlichen Posts weitaus weniger zimperlich zu sein als beim fleißigen Entfernen von weiblichen Nippeln.

#nippelstatthetze – Nacktfoto entlarvt Facebooks Doppelmoral

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