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Facebook feuert Praktikant, weil er eine Sicherheitslücke ausgenutzt hat

13.08.2015 | 16:38 Uhr |

Weil er ein Plugin schrieb, das den Standort beim Chatten im Facebook Messenger verraten hat, musste ein Facebook-Praktikant gehen, bevor er seine Stelle antreten konnte.

Weil der angehende Facebook-Praktikant und Harvard-Student Aran Khanna eine Sicherheitslücke im Facebook Messenger ausgenutzt hatte, wurde seine Stelle kurz vor dem Antritt wieder gestrichen. Facebook zog das Praktikums-Angebot wenige Stunden zurück, bevor der Mann sich in den Flieger setzen konnte, um die Stelle anzutreten. Der Beinahe-Praktikant hatte nämlich entdeckt, dass das System automatisch bei jeder Chat-Nachricht mit Freunden den aktuellen Standort mitschreibt. Also hat Khanna ein Browser-Plugin geschrieben, das er "Marauder's Map" nannte. "Marauder" heißt auf Deutsch passenderweise "Plünderer" - das Plugin heißt somit "Plünderer-Karte", würde man es übersetzen. Der Name passt, denn: Es liest diese Standort-Infos aus und teilt sie den Chat-Partnern mit. So wissen diese, wo ihr Chat-Partner sich gerade aufhält. Update: Einige Leser haben uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Begriff auch in Harry Potter vorkommt und dort im englischen Original die Karte bezeichnet, die jeden Winkel von Hogwarts und den Aufenthaltsort jeder Person anzeigt. Vielen Dank für das Feedback!

Die Vorgesetzten des Beinahe-Praktikanten fanden das verständlicherweise gar nicht witzig und forderten von ihm, dass er das Plugin offline nehme und kein Wort mit der Presse darüber wechsle. Khanna tat brav, wie ihm geheißen, berichtet engadget.com. Doch in der Führungs-Etage war der Rückzug wohl nicht genug, um das Unglück ungeschehen zu machen. Außerdem blieb scheinbar noch Code des Plugins der Öffentlichkeit zugänglich.

Facebook steht offenbar voll hinter dieser Entscheidung, den Praktikanten erst gar nicht antreten zu lassen. Die Vorgehensweise des Browser-Plugins, so äußerte sich ein Sprecher, verstoße gegen Firmen-Bestimmungen. Außerdem, so behauptet der Sprecher, habe Khanna auch nach mehrmaliger Aufforderung den Code des Plugins nicht offline genommen.

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