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Facebook-User erhalten bis zu 10 Dollar Schadensersatz

09.10.2012 | 10:54 Uhr |

Weil das soziale Netzwerk Daten an Werbefirmen weitergegeben hat, droht Facebook nun eine Strafe. Zuckerberg bietet den Opfern bis zu 10 Dollar Entschädigung an.

Weil Facebook seine User heimlich abgehört haben soll, muss der Konzern eine Strafe von 15 Milliarden Dollar zahlen – zumindest, wenn es nach den Anwälten der Opfer geht. Doch das ist nicht die einzige Zahlung, die dem sozialen Netzwerk bevorstehen könnte. Einen anderen Streit will Facebook durch eine Zahlung von 20 Millionen Dollar beilegen, berichtet Reuters . In dem Fall geht es auch um die Verletzung der Privatsphäre der Facebook-Nutzer, jedoch in Zusammenhang mit der Werbeform „Sponsored Stories“. Die „Sponsored Stories“ haben „Gefällt mir“-Angaben ohne Kompensation oder Möglichkeit abzulehnen an Werbefirmen weitergegeben, lautet der Vorwurf. Gestritten wird schon seit 2011.
 
Betroffen seien etwa 125 Millionen Nutzer: Jeder soll bis zu 10 US-Dollar fordern dürfen , die Anwälte bekommen bis zu 10 Millionen Dollar. Insgesamt will Facebook 20 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Zieht man die Anwaltskosten ab, würde jeder Betroffene im Durchschnitt nur circa 16 Cent bekommen. Vorausgesetzt, jeder fordert das Geld ein und jeder darf gleichviel einfordern. Woran die maximale Forderung festgemacht wird, ist noch nicht bekannt.
 
Den ursprünglichen Vorschlag von Facebook, 10 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke zu spenden, hat der Richter Richard Seeborg am 17. August abgelehnt. Sein Einwand: Die Geschädigten bekämen kein Geld. Der jetzige Vorschlag, den Seeborg noch akzeptieren muss, spendet nur das nicht eingeforderte Geld für wohltätige Zwecke. Ein Facebook-Sprecher nennt das Angebot „fair, angemessen und adäquat“ . Zusätzlich zum Geld verspricht Facebook seinen Usern künftig mehr Kontroll-Möglichkeiten darüber, wie ihre Namen und „Gefällt mir“-Angaben verwendet werden dürfen. Das soziale Netzwerk will vor allem Kinder besser schützen. Sobald in Facebook eine Verwandtschaft angegeben wurde, sollen beispielsweise Mütter für ihre Kinder die Verwendung der Daten in den „Sponsored Stories“ ablehnen können.

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