25.05.2009, 13:11

pte

Facebook

Online-Dienst sperrt User mit ungewöhnlichen Namen

Facebook-Nutzer mit ungewöhnlichen Namen laufen Gefahr, von den Plattform-Betreibern ohne Vorwarnung gesperrt zu werden.
Im Bemühen sogenannte Fake-Profile auszuforschen und von der Seite zu entfernen, geht Facebook offenbar etwas übereifrig vor. So wurde zum Beispiel die Nutzerin Alicia Istanbul vor einigen Wochen plötzlich aus dem sozialen Netzwerk verbannt, weil die Betreiber hinter ihrem Namen ein gefälschtes Profil vermuteten. Wie US-Medien berichten, hatte Istanbul plötzlich keinen Zugriff mehr auf ihren Account und konnte auch nicht mehr auf die Pages zugreifen, die sie für ihr eigenes Schmuckdesign-Geschäft eingerichtet hatte. Sie habe Verständnis dafür, dass Facebook darauf achte, dass sich hinter den Namen auch reale Personen verbergen, so Istanbul. Allerdings wundere sie sich, warum nicht wenigstens einmal im Vorfeld bei ihr nachgefragt worden sei.
Facebook basiert auf dem Grundgedanken, dass sich die Mitglieder mit ihren echten Namen anmelden und keine falschen Angaben zur eigenen Person machen. Das ist auch in den AGB der Plattform so festgeschrieben. "Die Seite verfolgt die Idee, dass sich Menschen mit vollem und korrektem Namen registrieren. Nicknames, Fantasienamen oder Namen von anderen Personen zu wählen, geht nicht mit den Plattform-Richtlinien konform", so eine Facebook-Sprecherin gegenüber pressetext. Um Fake-Profile im Vorhinein zu vermeiden, gibt es auch eine Art schwarze Liste von Namen (zum Beispiel Batman), unter denen sich erst gar niemand anmelden kann.
Im Bemühen, die Seite "sauber" zu halten, sperrt Facebook allerdings auch immer wieder unbescholtene, reale User mit unkonventionellen Namen, die den Betreibern suspekt erscheinen. Facebook bedaure die gelegentlichen Fehler und entschuldige sich für Unannehmlichkeiten, heißt es von der Plattform. Fälle wie jener von Istanbul seien die Ausnahme und die große Mehrheit der gesperrten Accounts auch tatsächlich gefälschte Mitgliederprofile. "Facebook hat keine Software oder ein technisches System, es wird von Mitarbeitern jeder einzelne Fall angeschaut und infolge möglicherweise inaktiviert", so die Sprecherin auf Nachfrage von pressetext.
Der Account von Istanbul wurde - nachdem sich die Nutzerin beschwert hatte - erst nach einigen Wochen wieder freigeschaltet. Da die Plattform weltweit nur rund 850 Mitarbeiter beschäftigt, kann es durchaus eine Weile dauern, bis Beschwerden oder Anfragen bearbeitet werden. "Ich glaube, sie gehen einfach davon aus, dass man keinen interessanten Namen haben kann", kritisiert Istanbul. Ist ein Mitgliedskonto erst einmal gesperrt, muss der Betroffene die Betreiber von sich aus kontaktieren und beweisen, dass sich dahinter eine reale Person verbirgt. In Einzelfällen fordert Facebook auch die Kopie eines behördlichen Dokuments zum Identitätsnachweis ein. Das Unternehmen betont allerdings, diese Unterlagen ausnahmslos und sofort zu vernichten, nachdem die jeweilige Person als solche verifiziert wurde. (pte)
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