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Facebook-Manager in Brasilien verhaftet

02.03.2016 | 17:01 Uhr |

In Brasilien wurde ein Facebook-Manager verhaftet, weil er bei Drogenkartell-Ermittlungen nicht kooperieren wollte.

In dieser Woche wurde in Brasilien ein Facebook-Manager verhaftet. Wie die Zeitung Folha de São Paulo berichtet, habe Diego Dzodan, der Facebook-Vizepräsident für Lateinamerika, nicht mit den Behörden kooperieren wollen.

Im Rahmen von Ermittlungen gegen ein Drogenkartell wollten die brasilianischen Behörden Dzodan zur Herausgabe von WhatsApp-Gesprächsprotokollen zwischen zwei mutmaßlichen Drogenhändlern zwingen. Facebook habe sich dem Bericht zufolge jedoch der richterlichen Anordnung widersetzt und die Protokolle nicht an die Behörden ausgehändigt. Als Folge wurde Dzodan in dieser Woche in seiner Wohnung in São Paulo verhaftet.

Die brasilianischen Behörden ernten für die Aktion Kritik von Facebook und dem Tochterunternehmen WhatsApp. Facebook bezeichnet die Festnahme in einer offiziellen Mitteilung als extrem und unverhältnismäßig. Beide Unternehmen beharren in einer Stellungnahme darauf, die Gesprächsverläufe ihrer Kunden nicht zu speichern. Aus diesem Grund habe man den Behörden die geforderten Daten auch nicht aushändigen können. Die brasilianischen Behörden kontern mit der Aussage, sie hätte nicht die Gesprächsverläufe, sondern lediglich Benutzer- und Geodaten der Verdächtigen gefordert.

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WhatsApp gerät in Brasilien nicht das erste Mal mit dem Gesetz in Konflikt. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres weigerte sich der Dienst, sensible Daten für die Ermittlungen in einem Kriminalfall herauszugeben. Der Messenger wurde als Strafe daraufhin landesweit für 14 Stunden gesperrt. Es wurde zusätzlich eine Geldbuße fällig.

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