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Lichterkette gegen rechte Hetze

11.06.2009 | 15:39 Uhr |

Zwei Wiener Studentinnen rufen über Facebook zum Protest gegen rechte Hetze auf. Auf Basis einer Online-Gruppe in dem sozialen Netzwerk entwickelte sich in nur knapp zwei Wochen eine breite Bewegung, die mittlerweile über 8.000 Unterstützer zählt.

Aufgrund fragwürdiger Wahlkampfmethoden einzelner Parteien sowie der allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Stimmung in Österreich haben sich Romy Grasgruber und ihre Studienkollegin Maria Sofaly nach eigenen Aussagen dazu entschlossen, eine Lichterkette rund um das Parlament in Wien zu organisieren. Mit dieser Aktion wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Hetze, Menschenverachtung und Diskriminierung in der Bevölkerung nicht einfach so hingenommen werden. "Die politische Stimmung im Land hat uns schon lange beschäftigt, letztlich waren jedoch die Hetzplakate im EU-Wahlkampf und die Übergriffe auf KZ-Opfer dafür ausschlaggebend, dass wir uns dazu entschlossen haben, aktiv zu werden", erzählen die beiden Studentinnen im Interview mit pressetext. So entstand die Idee, eine Lichterkette zu organisieren, um für mehr Menschenwürde, Zivilcourage und ein respektvolles Miteinander zu demonstrieren. "Wir wollen explizit nicht gegen etwas auftreten, sondern starten eine PROtest-Aktion", betonen Grasgruber und Sofaly. Richtig ins Rollen kam die Bewegung durch die Facebook -Gruppe. Dort konnten die beiden Initiatorinnen auf einen Schlag tausende Menschen für die Idee der Lichterkette begeistern. "Es haben sich im Handumdrehen viele Leute bei uns gemeldet, die aktiv mitmachen, uns bei der Organisation helfen oder uns Infrastruktur zur Verfügung stellen - alles völlig unentgeltlich", freuen sich die beiden Gründerinnen. "Unser Organisationsteam zählt inzwischen rund 30 Personen."

Am 18. Juni soll nun ab 19.00 Uhr eine Kundgebung vor dem Parlament in Wien stattfinden, im Zuge derer auch Künstler, Autoren und Kabarettisten ans Rednerpult treten werden. Im Anschluss daran bzw. als Höhepunkt soll dann die Menschen-Lichterkette gebildet werden. Als Rahmenprogramm konnten die beiden Studentinnen verschiedene lokale Bands und Musiker für einen Auftritt gewinnen. "Wir wollen ein Zeichen setzen für all jene Menschen, die sich diskriminiert fühlen. Natürlich können wir nicht sagen, ob tatsächlich alle 8.000 Mitglieder der Facebook-Gruppe teilnehmen werden, wir gehen aber auf jeden Fall davon aus, dass genügend Menschen kommen, um diese Lichterkette rund um das Parlament zustande zu bringen", so die beiden Studentinnen gegenüber pressetext.

Parallel werden - angeregt durch die Facebook-Initiative und ebenfalls für den 18. Juni angesetzt - auch in Graz und Klagenfurt unabhängig davon zwei ähnliche Kundgebungen organisiert. Unterstützt wird die Aktion abgesehen von Privatpersonen auch von diversen Menschenrechtsorganisationen, allerdings bleiben diese im Hintergrund und stehen dem Projekt insbesondere mit ihren Ressourcen, ihrem Know-how und Kontakten helfend zur Seite. Grasgruber und Sofaly betonen, eine Plattform für alle Organisationen bieten zu wollen und möchten daher auch nicht einzelne Unterstützer hervorheben. Gleichzeitig freuen sich die Studentinnen natürlich über jegliche Spenden - auch finanzieller Natur und haben Konto eingerichtet, für all jene, die das Projekt fördern möchten. Die Details dazu finden sich auf dem offiziellen Blog . (pte)

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