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Facebook-Drohne Aquila schwer beschädigt - Zuckerberg verschwieg Schaden

22.11.2016 | 11:22 Uhr |

Mark Zuckerberg bezeichnete den Jungfernflug der Riesen-Drohne von Facebook als großen Erfolg. Doch Zuckerberg verschwieg, dass die Drohne so stark beschädigt wurde, dass sie flugunfähig war.

Als die riesige Facebook-Drohne Aquila (Lateinisch für Adler) am 28. Juni 2016 ihren Jungfernflug absolvierte, jubelte Mark Zuckerberg: 96 Minuten flog die Drohne in der Luft, das sei drei Mal länger als geplant, so der Facebook-Chef. Doch Zuckerberg verschwieg damals ein wichtiges Detail, das für den Kurs der Facebook-Aktie nicht so gut gewesen wäre.

Die US-Aufsichtsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) untersucht die Gründe für einen Unfall, den die Drohne beim Landeanflug erlitt. Dabei soll es sich um ein „strukturelles Problem“ an der Drohne handeln, wie Bloomberg schreibt. Bei dem Unfall am 28. Juni 2016 wurde niemand verletzt.

Die NTSB stuft den Schaden an der Drohne, der durch den Unfall bei der Landung gegen 7:43 Uhr Ortszeit entstanden ist, als “erheblich” ein. Ein derart eingestufter Schaden bedeutet, dass die Drohne nicht mehr flugtauglich war. Auf dem Boden kam es aber zu keinen Beschädigungen, nur die Drohne erlitt Schäden. Derzeit sind noch keine Details zu dem Unfall und dem Grund dafür bekannt. Die NTSB will ihren Bericht in ein oder zwei Monaten vorlegen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte den Unfall und den Schaden damals völlig verschwiegen und nur von einem Erfolg gesprochen. US-Medien kritisieren Zuckerberg jetzt dafür. Lediglich in einem langen und sehr technischen Entwicklerbericht erwähnte Facebook in einem einzigen Satz strukturelle Probleme, die kurz vor der Landung auftraten. Zuckerberg ging in seiner Jubel-Arie seinerzeit darauf nicht ein.

Drohne für das Internet

Mit der Drohne will Facebook Gegenden in Afrika an das Internet anschließen, die bisher keinen Zugang zum Internet haben. Doch Facebooks Initiative für den Internetzugang für bisher noch unerschlossene Gebiete stößt durchaus auch auf Widerstand. In Indien zum Beispiel stieß Facebooks Angebot für kostenlose Internetdienste auf Ablehnung. Viele Inder sahen in der Facebook-Initiative nur den Versuch, dass Facebook Anteile am Internet-Markt in Indien erobern wollte. Auch anderswo dürfte man auf Facebooks Initiative mit Skepsis blicken. Denn ist ein Internetzugang, der durch Facebook bereitgestellt wird – zum Beispiel über die Drohne – wirklich neutral? Lässt Facebook alle Internet-Angebote und Dienste gleichberechtigt zu? Im gerade beendeten US-Präsidentschaftswahlkampf sah sich Facebook mit dem Vorwurf konfrontiert, seine Nutzer einseitig informiert zu haben. Das macht einen generellen Internetzugang über Facebook nicht gerade vertrauenswürdiger.

Technische Daten zur Drohne

Die Aquila-Drohne ist aus Karbon gefertigt und hat eine Spannweite von 43 Metern. Sie wiegt dank des leichten Karbons nur 408 Kilogramm und ist als Nur-Flügler konstruiert, besitzt also keinen eigentlichen Rumpf. Die von vier Elektromotoren angetrieben Drohne fliegt ganz langsam und bezieht ihren Strom aus Sonnenenergie. Sie soll später mehrere Monate am Stück in der Luft bleiben. In einer Höhe von über 18 Kilometer. Ihre Daten überträgt die Drohne per Laser.

Googles Konkurrenzprojekt zu Aquila heißt Loon.

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