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Chan Zuckerberg Initiative ist keine Stiftung - die Gründe

04.12.2015 | 11:15 Uhr |

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erklärt in einem neuen Facebook-Eintrag, wieso die Chan Zuckerberg Initiative keine Stiftung ist.

Update 4.12.2015: In einem weiteren Facebook-Eintrag erklärt Mark Zuckerberg, wieso er und seine Ehefrau die neue Chan Zuckerberg Initiative nicht als Stiftung gegründet haben. Stattdessen ist eine LLC (Limited Liability Company), was hierzulande der Unternehmensform einer GmbH ähnelt. Dadurch könne die Chan Zuckerberg Initiative viel flexibler ihre Ziele verfolgen und sich beispielsweise mit Investments an Non-Profi-Organisationen oder an politischen Debatten beteiligen. Die Gründung einer traditionellen Stiftung hätte steuerliche Vorteile gehabt, auf die man aber zugunsten der Flexibilität verzichte. Das bedeutet auch, dass die Chan Zuckerberg Initiative Steuern bezahlen wird, wenn sie die von Zuckerberg gespendeten Facebook-Aktien verkauft. Weitere Informationen sollen demnächst folgen.

I want to thank you all for your heartwarming congratulations on Max's birth and on starting the Chan Zuckerberg...

Posted by Mark Zuckerberg on Donnerstag, 3. Dezember 2015

Ursprüngliche Meldung vom 2.12.2015

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan haben angekündigt, dass sie 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien spenden werden. Das Aktienpaket hat aktuell einen Wert von umgerechnet etwa 42 Milliarden Euro. Das große Vermögen wandert in eine neue Stiftung, die das Ehepaar gründet. Schon im Jahr 2013 hatte Zuckerberg 1 Milliarde Dollar gespendet.

Die Ankündigung erfolgt nur wenige Stunden nach der Geburt von Tochter Max, dem ersten Kind des Ehepaars. Mark Zuckerberg kündigt die Gründung der Stiftung auf Facebook in einem "Brief an unsere Tochter" an. "Wie alle Eltern wollen wir, dass Du in einer besseren Welt aufwächst, als die, in der wir heute leben", schreibt Zuckerberg und fügt hinzu: "Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, nicht nur weil wir dich lieben, sondern weil wir auch eine moralische Verpflichtungen gegenüber allen Kindern der nächsten Generation haben." Wichtig dafür seien auch langfristige Investitionen über die nächsten 25, 50 und 100 Jahre. Viele Probleme könnten nur mit einem langfristigen Plan und nicht mit kurzfristigem Denken gelöst werden.

Die neu gegründete Chan Zuckerberg Initiative soll ihren Beitrag zur Lösung der Probleme der Menschheit leisten. Mark Zuckerberg und Priscilla Chan wollen "während ihres Lebens" die 99 Prozent ihrer Facebook-Aktien in die Stiftung einbringen. Zuckerberg selbst plant laut dem offenen Brief weiterhin "für viele, viele Jahre, die noch kommen" Facebook-Chef zu bleiben.

Die Chan Zuckerberg Initiative will sich zum Start vorrangig in folgenden Bereichen engagieren: die Förderung der Bildung von Kindern, der Bekämpfung von Krankheiten und der verstärkten Vernetzung von Menschen.

Mark Zuckerberg und Priscilla Chan folgen damit dem Beispiel von Bill und Melinda Gates, die einen Großteil ihres Vermögens ebenfalls in eine Stiftung gesteckt haben und andere Milliardäre dazu auffordern, dem Beispiel im Rahmen der Giving-Pledge-Initiative zu folgen und mindestens die Hälfte ihres Vermögens noch zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod zu spenden. Zu den namhaftesten Teilnehmern der Initiative gehören Warren Buffet, Paul Allen und Michael Bloomberg.

Melinda Gates begrüßt in einem Kommentar zum offenen Brief von Mark Zuckerberg die Entscheidung zur Gründung der neuen Stiftung. Und richtet auch persönliche Worte an die Eltern:  "Willkommen auf der Welt, Max! Bill Gates und ich können es nicht erwarten, dich zu treffen", schreibt Melinda Gates.

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