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Facebook-Büro in Hamburg von wütendem Mob angegriffen

14.12.2015 | 11:51 Uhr |

Unbekannte haben am Wochenende die Büros von Facebook in Hamburg attackiert. Es gibt ein Bekennerschreiben.

Etwa 15 bis 20 Personen haben am Wochenende das Gebäude der Facebook-Zentrale in Hamburg attackiert. Das meldet die Polizei Hamburg. Demnach seien die Angreifer schwarz gekleidet gewesen und hätten Sturmhauben getragen. Auf das Gebäude seien Farbbehälter geworfen worden. Außerdem seien auch Rauchkörper gezündet worden. An einer Wand schrieben die Angreifer mit roter Farbe "Facebook Dislike". Beschädigt wurden zudem Fensterscheiben und die Eingangstür. Normalerweise wird der Konzern nur von Hackern angegriffen, wie etwa 2014 im großen Stil geschehen.

Bisher ist unklar, wer hinter der Attacke steckt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Das Landeskriminalamt bittet Zeugen und Personen, die Angaben zum Sachverhalt machen können, sich über die Rufnummer 040-4286 56789 zu melden.

Das Hamburger Abendblatt meldet, dass es sich womöglich um die Gruppe von Jugendlichen handeln könnte, die an diesem Abend bereits in anderen Vierteln von Hamburg randaliert hatte. Nach dem Angriff auf das Facebook-Gebäude sei die Gruppe geflüchtet. Die Polizei habe mit 14 Streifenwagen die Verdächtigen gesucht, konnte aber niemanden festnehmen.

Auf dem linken Portal linkusnten.indymedia.org ist ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden, demzufolge offenbar Linksextreme hinter der Tat stecken könnten. "Facebook Deutschlandzentrale in Hamburg 'gehackt'", heißt es in dem am Sonntag veröffentlichten Schreiben. Dort heißt es unter anderem:

Als größere Gruppe selbst gewählter Freund*innen haben wir gestern am frühen Samstagabend mit reichlich Steinen und Farbe in der Hamburger Innenstadt (Caffamacherreihe 7) die Glasfront der Deutschlandzentrale von Facebook „zerhackt“. Mit Rauch haben wir die Cops der nur 70 Meter entfernten Polizeiwache im Nebel gelassen.

In dem Schreiben wird unter anderem das Verhalten von Facebook gegenüber seinen eigenen Mitarbeitern und mit den Daten seiner Nutzer kritisiert. Auch der Umgang von Facebook Deutschland mit Hassbeiträgen auf Facebook wird angeprangert. So heißt es dort beispielsweise:

Du darfst dich bei uns sozial vernetzen, aber was du zu sehen bekommst, wer und welche Mitteilung bei dir auftaucht und wer deine wirklichen Freunde sind, das entscheiden wir. Wer das Internet kontrolliert, kontrolliert nicht nur das Wissen der Menschheit sondern beeinflusst damit auch deren Ansichten, Vorlieben und Gewohnheiten – alles hochgradig individualisiert.

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