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Facebook-Beitrag zerstörte sein Leben - Schadenersatz

09.08.2016 | 15:09 Uhr |

Ein Facebook-Beitrag zerstörte das Leben eines Hoteliers. Nun hat ein australisches Gericht ihm einen Schadenersatz zuerkannt.

Der australische 74-jährige ehemalige Hotelier Kenneth Rothe erhält einen Schadenersatz in Höhe von 150.000 australischen Dollar (umgerechnet etwa 100.000 Euro), nachdem ein Facebook-Beitrag praktisch sein ganzes Leben zerstört hat. Wie die Sydney Morning Herald berichtet , hatte ein Elektriker im März 2014 auf Facebook behauptet, dass in den beiden Hotels von Rothe Pädophile verkehren. In dem Facebook-Beitrag nannte der Elektriker die beiden Hotels beim Namen und fügte hinzu: "Es sind Bus-Haltestellen direkt vor diesen Hotels. Für unsere Kinder?"

Es folgte ein Alptraum für Rothe. Er erhielt Morddrohungen, und die Buchungen gingen massiv zurück. Schließlich wurde er sogar körperlich attackiert und verbrachte sechs Monate in einem Krankenhaus. Anschließend gab er die Hotels auf und zog mit seiner Familie fort.

In dem Verfahren gegen den Elektriker äußerte Rothe, dass er in seinen Hotels ab und zu Menschen Unterschlupf geboten habe, die in ihren Familien Probleme gehabt hätten oder Krisen durchlebten. Nie seien darunter auch Pädophile gewesen. Mehrmals habe Rothe den Elektriker dazu aufgefordert, die Vorwürfe zurückzunehmen und sich zu entschuldigen. Dieser weigerte sich allerdings.

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Vor Gericht konnte der Elektriker seine Vorwürfe gegen Rothe nicht beweisen. Er erklärte nur, er habe es als seine Pflicht als Vater angesehen, die Gemeinde vor einer potentiellen Gefahr zu warnen. Es habe eine Kriminalitätswelle in der Gemeinde gegeben, die die Polizei nicht stoppen konnte.

Die Richterin verurteilte den Elektriker zur Zahlung des hohen Schadenersatzes. Sie verwies darauf, dass das Internet und soziale Netzwerke ein "gefährliches Werkzeug" in der Hand von Menschen seien, die sich selbst als "Kreuzritter" oder Whistleblower sehen oder einfach nur andere Menschen demütigen oder "trollen" wollen.

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