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FCC will Netzneutralität unter die Lupe nehmen

23.03.2007 | 15:11 Uhr |

In den USA wird darüber bereits hitzig diskutiert und auch hier zu Lande könnte es ein Thema werden: die Netzneutralität. Dabei geht es darum, dass sichergestellt ist, dass jeglicher Datenverkehr gleichberechtigt (sprich: gleich schnell) durch die Netze der Provider geleitet wird. Die Federal Communications Commission will nun in den USA prüfen, ob in diesem Bereich eine Regulierung vonnöten ist.

Stellen Sie sich vor, Sie betrieben einen kleinen Online-Bücherladen und Provider liefern Ihre Site auf einmal nur noch sehr langsam an interessierte Internet-Nutzer aus. Ein Konkurrenzangebot, das mit dem Provider geschäftlich verbunden ist, wird jedoch mit der normalen Geschwindigkeit oder sogar schneller ausgeliefert. Logisch, dass sich Anwender nicht mit langsam ladenden Sites herumquälen möchten und ihre Produkte beim anderen Anbieter bestellen. Eine Beschwerde beim Provider bringt nichts, dieser meint nur lapidar, dass eine schnelle Auslieferung entsprechend koste, Sie also dafür gefälligst zu zahlen haben. Dieses Beispiel beschreibt die Problematik der Netzneutralität, also der gleichen Behandlung jeglicher Inhalte, die durch die Leitungen der Provider strömen. Und die würden in den USA einige große Player bereits jetzt gerne aufgeben und für eine bevorzugte Behandlung entsprechend kassieren.

Die Federal Communications Commission (FCC) hat sich nun dazu entschlossen, die Geschäftspraktiken von High-Speed-Providern eingehender zu betrachten und zu prüfen, ob mittels einer Regulierung künftig sichergestellt werden muss, dass Web-Inhalte gleichberechtigt behandelt werden. Dies melden unsere Kollegen der Network World. Hierfür will die FCC untersuchen, wie ISPs mit dem Datenverkehr umgehen und welche Auswirkungen dies auf die Anwender hat.

Diese Regulierungen könnten etwa so aussehen, dass es ISPs verboten wird, Inhalte-Anbietern eine schnelle Leitung gegen Bezahlung anzubieten, während die Sites, die nichts zahlen möchten, langsamere Geschwindigkeiten erhalten.

Die Entscheidung der FCC folgt einem Schlagabtausch zwischen der Behörde und den Demokraten, die der FCC vergangenen Mittwoch vorwarfen, zu wenig in Sachen Netzneutralität zu unternehmen.

"Vater des Internets" fordert Neutralitäts-Gesetz fürs Internet (PC-WELT Online, 08.02.2006)

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