58814

Explorer Destroyer: Gruppe will Firefox zu mehr Macht verhelfen

26.04.2006 | 17:10 Uhr |

Eine Gruppe, deren Mitglieder sich selbst als "politische Aktivisten" bezeichnen, hat dem Internet Explorer den Kampf angesagt und will dafür kämpfen, dass Firefox mehr Marktanteile ergattern kann.

Eine Gruppe von Firefox-Freunden, die sich selbst als "politische Aktivisten" bezeichnen, haben die Website explorerdestroyer.com online gestellt, die den Besuchern verspricht, dass Google pro Anwender, der Firefox herunter lädt, 1 US-Dollar zahlt. Damit bezieht sich die Gruppe auf ein von Google im vergangenen Jahr gestartetes Adsense-Referral-Programm , bei dem Websitebetreiber bis zu einem 1 US-Dollar erhalten, wenn sie einen Besucher über ihre Website zu einem Download von Firefox inklusive Google Toolbar lotsen.

Explorer Destroyer will noch einen Schritt weitergehen, als bisherige Firefox-Propaganda-Seiten und aggressiver die Werbetrommel für den Open-Source-Browser rühren. Dazu bietet die Gruppe ein Skript zum Download an, mit dem Betreiber einer Website feststellen können, ob die Besucher den Internet Explorer verwenden. In Verbindung mit Google soll das Skript den Betreibern dabei helfen, sowohl Geld zu verdienen, als auch Firefox unter das Volk zu bringen.

Statt mit kleinen Logos, die auf Firefox hinweisen, sollen Website-Betreiber das Skript nutzen, um ihre Besucher noch eindringlicher auf Firefox aufmerksam machen zu können.

Dazu kann das Skript in drei Stufen eingestellt werden. In der ersten Stufe besucht der IE-Anwender eine Website und sieht nur oben einen Hinweis eingeblendet, der ihn auf Firefox aufmerksam macht und zum Download lotst.

In der zweiten Stufe erkennt das Skript, dass ein IE-Anwender kommt und blendet erst einen Hinweis und den Link zum Firefox-Download ein, bevor der Anwender die Website betreten darf.

In der dritten Stufe, bezeichnenderweise "dead serious" genannt, haben IE-Anwender keine Wahl. Das Skript fängt sie ab und fordert sie auf, Firefox zu installieren. Ohne Firefox darf die Website nicht besucht werden.

In dem Skript befindet sich auch Code, der Informationen über den von den Besuchern verwendeten Browser an die Gruppe weiterleitet. Dieser Code kann auf Wunsch von dem Website-Betreiber entfernt werden. Wer ihn drin lässt, hat die Möglichkeit, dass seine Website auf ExplorerDestroyer.com erwähnt wird. Denn dort sollen demnächst alle Websites aufgelistet werden, die das Skript der Gruppe einsetzen und bei denen die Anzahl der IE-Anwender unter 50 Prozent liegt.

Die Gruppe sieht dringenden Handlungsbedarf, dem Firefox zum größeren Erfolg zu verhelfen. "Windows Vista erscheint bald. Wenn Firefox nicht schnell mehr Anwender gewinnt, könnte Microsoft die Zukunft des Webs bestimmen", schreibt die Gruppe. Hinzu käme, dass Microsoft sich angeblich über jeden neuen Anwender ärgern würde, der vom Internet Explorer zum Firefox wechselt.

Auf der Website killbillsbrowser.com erläutert die Gruppe mit humoristischem Unterton außerdem, welche Gründe aus ihrer Sicht für den Umstieg zum Firefox sprechen. Wer die dort aufgezählten, oberflächlichen Argumente weniger witzig findet, dem dürfte dies auch als Argument dienen, vielleicht doch beim Internet Explorer zu bleiben oder wieder dorthin zu wechseln...

0 Kommentare zu diesem Artikel
58814