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Experten fordern Kill Switch für Smartphones

31.03.2014 | 09:55 Uhr |

In alle Smartphones soll ab Werk ein Kill Switch eingebaut werden. Das fordern US-Sicherheitsbehörden. Damit soll man schnell, sicher und zuverlässig ein verlorenes Smartphone "zerstören" und damit für Diebe wertlos machen können.

Allein in den USA könnten Smartphone-Besitzer laut einer aktuellen Studie jedes Jahr 2,6 Milliarden Dollar sparen, wenn in allen ihren Smartphones standardmäßig eine Fernzugriffs-Funktion zum Löschen eingebaut wäre. Diese Zahl setzt sich zusammen aus den Kosten für den Kauf eines Ersatzgerätes und aus den Gebühren für eine Smartphone-Versicherung, die das gestohlene Smartphone ersetzt. Der Studie zufolge wünschen sich nahezu alle Smartphone-Besitzer eine solche Fern-Lösch-Funktion.
 
Wenn eine solche Fern-Lösch- und Fern-Sperr-Funktion standardmäßig in alle Smartphones integriert wäre, würde das automatisch auch zu weniger Smartphone-Diebstählen führen. Weil die Eigentümer ihre gestohlenen Smartphones viel leichter in für die Diebe wertlose „Ziegel“ verwandeln könnten.
 
Bereits seit längerer Zeit fordern Strafverfolgungsbehörden und die Polizei, dass in Smartphones ab Werk Funktionen eingebaut werden, die es den Smartphone-Eigentümern ermöglichen, ihr Gerät aus der Ferne zu sperren und komplett unbrauchbar zu machen. Denn die Zahl der Smartphone-Diebstähle steigt seit einiger Zeit deutlich. Mit einem so genannten "kill switch" könnte man diesen Trend umkehren, hofft die Polizei. Wichtig sei hierbei, dass das Sperren eines gestohlenen Smartphones per Fernzugriff schnell, einfach und zuverlässig funktionieren würde. Die Funktion müsse ähnlich zuverlässig funktionieren wie das Sperren einen verlorenen Kreditkarte. Dafür muss man nur eine bestimmte Telefonnummer anrufen.
 
Bisher sperren sich in den USA die Hersteller und Mobilfunk-Provider gegen einen standardmäßigen Kill Switch. Vor allem aber blockieren Versicherungsunternehmen den Kill Switch. Weil sie um ihr einträgliches Geschäft mit Smartphone-Verlust-Versicherungen fürchten. Deshalb liegen nun Gesetzesanträge im Senat und im Repräsentantenhaus zur Abstimmung, die den Kill Switch gesetzlich vorschreiben wollen.
 
Die Studie führte ResearchNow in den USA unter 1200 Smartphone-Nutzern im Februar 2014 durch.
 
Teilweise ist in den neuen Smartphone-Betriebssystemen eine solche Fernzugriffs-Möglichkeit eingebaut. In den meisten Fällen muss man aber eine zusätzliche App wie beispielsweise Lookout installieren. Zudem ist nicht immer sicher, ob die Fernsperre bei einer App-basierten Software-Lösungen auch wirklich zuverlässig funktioniert, beispielsweise wenn der Dieb die App entfernt und/oder das Smartphone zurückgesetzt hat. Ein Kill Switch dagegen sollte immer funktionieren, unabhängig von Apps.

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