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Experten warnen vor Sicherheitslücken bei RFID-Chips

Im Streben, RFID-Chips möglichst billig herstellen zu können, wurde eines vergessen: integrierte Sicherheitssysteme.

Potenzielle Sicherheitslücken könnten der jüngsten Euphorie um RFID-Funketiketten einen Dämpfer verpassen. Eine Gruppe europäischer Wissenschaftler habe erstmals einen möglichen Befall der Etiketten durch Computerviren demonstriert, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. "Es sollte nicht überraschen, dass ein System, das so billig wie möglich hergestellt werden soll, über keinerlei Sicherheitssysteme verfügt", zitiert die Zeitung Peter Neumann, Wissenschaftler bei dem kalifornischen Forschungsunternehmen SRI International.

Bislang habe man allerdings weitgehend ausgeschlossen, dass die RFID-Chips von solchen Schadprogrammen attackiert werden könnten. Schließlich verfügen sie nur über eine äußerst geringe Speicherkapazität von 128 Zeichen. Die Forschergruppe aus der Vrije Universität in Amsterdam haben nun gezeigt, dass ein solcher Angriff durchaus möglich ist. Vor allem Schadprogramme aus der Computerwelt, die einzelne Server durch eine Flut von Anfragen in die Knie zwingen, könnten auch RFID-Chips gefährlich werden, hieß es.

Die vielfältigsten Einsatzgebiete der RFID-Funketiketten (Radio Frequency Identification) waren zuletzt auf der CeBIT in Hannover ein großer Themenschwerpunkt. Allein die Handelskette METRO erhofft sich bereits bei ersten Einsatzbereichen in der Warenlogistik Einsparungen in Millionenhöhe. Doch nicht nur im Warenhandel, auch in der Medizin oder in Bibliotheken werden Einsatzszenarien erprobt. Vereinzelt wurden RFID-Chips sogar Menschen und Tieren zur Identifikation unter die Haut gepflanzt. Auch in Reisepässen sollen sie künftig verwendet werden.

In ihrer Studie mit dem Titel "Ist Ihre Katze durch einen Computer-Virus infiziert?" zeigen nun die Forscher auf, wie zum Beispiel Terroristen oder Schmuggler einen künftig mit RFID-Technik ausgestatteten Gepäck-Scanner im Flughafen manipulieren könnten. Gleichzeitig werden auch Sicherheitsmaßnahmen aufgezeigt, die solche Attacken verhindern können.

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