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Experten warnen: Unzählige Bombenanleitungen im Netz

05.04.2005 | 15:52 Uhr |

Die Sicherheitsspezialisten von Pan Amp aus Hamburg haben im März bei der Aktualisierung ihrer Filter zur Sperrung von extremen Internet-Angeboten eine neue Rekordzahl von Bombenanleitungen im Internet ausfindig gemacht.

Die Sicherheitsspezialisten von Pan Amp aus Hamburg haben im März bei der Aktualisierung ihrer Filter zur Sperrung von extremen Internet-Angeboten eine neue Rekordzahl von Bombenanleitungen im Internet ausfindig gemacht. Insgesamt 32.651 derartige Inhalte konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben entdecken. Dies sei der bislang größte Anstieg von Bombenanleitungen in deutscher Sprache seit dem Prüfungsbeginn im Jahr 1995.

Darunter seien Anleitungen für die Herstellung von Trinitrotoluol (TNT), C-Sprengstoff und Anfo-Sprengstoff. Dazu stieß das Unternehmen auch Baupläne für die Verwendung der Sprengstoffe beispielsweise in Brief- oder Autobomben.

Die Realität sei "unerträglich", so Bert Weingarten, Vorstand der Pam Amp AG. Weingarten: "Bei Teenagern ist es "cool" Bombenbauanleitungen auf der eigenen Homepage zu positionieren, Professoren beteiligen sich im Internet an der Verbesserung von Sprengstoffen und ein Chemiestudent versendet selbst hergestellten Sprengstoff an jedermann."

Sowohl Innenminister Otto Schily als auch Justizministerin Brigitte Zypries seien durch ihre bisherige Tatenlosigkeit mit verantwortlich für die Entwicklung. Schily sei bereits im Oktober 2003 detailliert über das Gefährdungspotenzial unterricht worden. Die Justizministerin habe im März 2004 einen Maßnahmekatalog zur Abstellung dieser Gefahren erhalten. Seitdem sei aber von staatlicher Seite nichts passiert.

"Die nüchterne Bestandsaufnahme zeigt auf, dass die innere Sicherheit in Deutschland und Europa durch den Bezug von Bombenbauanleitungen aus dem Internet akut gefährdet ist, da jeder potenzielle Attentäter Anleitungen zum Bau von Waffen, Nervengas, Sprengstoffen oder Körperbomben per Internet beziehen kann", warnt Pan Amp.

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