243917

Experten befürchten "Zero-Day"-Attacke

03.02.2005 | 12:20 Uhr |

Das Internet hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht nur Privatpersonen surfen im Web, auch viele Unternehmen oder Regierungen verwenden das Netz für sensible oder kritische Bereiche. Experten fürchten jetzt eine so genannte "Zero-Day"-Attacke, die das Internet schlagartig lahm legen könnte. Dabei geht es nicht um die Frage, ob so ein Angriff erfolgen wird, sondern darum, wann er erfolgt.

Ein vernichtender Angriff auf das Internet innerhalb der nächsten zehn Jahre ist "höchst wahrscheinlich", so die einhellige Meinung von 1300 IT-Experten. Nur wann der Schlag erfolgen wird, ist unklar. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter IT-Experten durch das " Pew Internet and American Life Project", berichten unsere Kollegen von PC-World Australia .

Während die Definitionen einer solchen Attacke variieren, vermutet der Großteil der Befragten, dass ein Exploit, ein Wurm oder ein Virus das Internet lahm legen wird. Dabei soll der Angriff vor oder zeitnah zur öffentlichen Bekanntgabe einer Sicherheitslücke in einem Computer-System erfolgen.

James Turner, Sicherheitsanalyst bei Frost & Sullivan, erklärt, dass ein solcher Angriff unausweichlich ist, da Regierungen und Unternehmen sich immer stärker auf Technologie verlassen: "Je mehr man sich auf etwas verlässt, desto verheerender ist es, wenn man es wegnimmt", so Turner. Darüber hinaus sei der Mangel an Sicherheitsbewusstsein bei Angestellten die größte Bedrohung.

Professor Bill Caelli von der Queensland University of Technology will zwar keinen Zeitrahmen für einen solchen Angriff festlegen, weist aber darauf hin, dass katastrophale Angriffe oft ohne Vorwarnung und extrem schnell erfolgen. "Wir sehen, dass das Internet für die Überwachung von Daten und zur Kontrolle überall auf der Welt eingesetzt wird, und damit vergrößern wir unsere Abhängigkeit vom Internet für Dinge, für die es niemals gedacht war", so Caelli. "Eine 'Zero-Day'-Attacke wäre absolut katastrophal. Indem wir mehr unserer kritischen Infrastruktur in das Internet verschieben, beginnen wir, auch die Kontrolle und die Überwachung zu verschieben, was bedeutet, dass wir mit dem Feuer spielen."

0 Kommentare zu diesem Artikel
243917