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Datenspeicher der Zukunft sind im Web

02.10.2008 | 13:35 Uhr |

Die ständig wachsenden Datenmengen zwingen Unternehmen und Privatleute, ihre Daten im Web zu speichern. Doch zuerst müssen Themen wie Sicherheit, Datenschutz und die permanente Verfügbarkeit geklärt werden.

Der weltweite Datenbestand verzehnfacht sich innerhalb von fünf Jahren. "Bereits 2011 erreicht die Gesamtsumme an Daten eine Größe von 1.800 Exabyte", rechnet Petr Hosek, Area Manager Eastern Europe Region beim Speicherspezialisten EMC , vor. 70 Prozent dieser Daten werden jedoch nicht im Eigentum von Unternehmen, sondern von Privaten sein, wobei 85 Prozent davon von Unternehmen verwaltet werden, so Hosek gegenüber pressetext. User werden künftig die Möglichkeit haben, jederzeit von einem internetfähigen Endgerät auf ihre Daten zugreifen zu können. "Es ist uninteressant, wo abgespeichert wird. Wichtig ist hingegen, dass der User seine Daten jederzeit verfügbar hat", skizziert Hosek das Datenmanagement der Zukunft.

Momentan steht diese Entwicklung jedoch noch am Anfang. So begegnen vor allem Privatkunden der Outsourcing-Möglichkeit für ihre Daten noch mit Skepsis. Die Skepsis der Konsumenten gründet sich vor allem an einigen bislang noch nicht restlos geklärten Fragen: Dazu zählen Sicherheit, Datenschutz und die permanente Verfügbarkeit. "Storageunternehmen müssen sicherstellen, dass sie unter anderem diese Punkte verlässlich erfüllen", so Hosek. Auch bei EMC räumt man vor allem dem Thema Security viel Platz ein.

Betrachtet man ein Unternehmen und dessen Datenbestände, so muss ebenso im Auge behalten werden, wo welche Daten liegen und wer Zugriff darauf hat. "Eine unserer Lösungen im Information Risk Management ist, dass wir alle Daten, die innerhalb eines Unternehmens gesichert sind, im Blick behalten - sei es auf Arbeitsplatzrechnern, im Datencenter oder auf mobilen Endgeräten der Mitarbeiter", erklärt David Gingell Vice President Marketing Europe, Middle East and Africa bei EMC. Die vorhandenen Daten werden dabei klassifiziert und verknüpft. Somit sei es möglich, die Informationen zentral zu managen, sie zu editieren, Zugriffsrechte zu setzen oder zu löschen. Um diese Herausforderungen besser lösen zu können hat EMC in den vergangenen Jahren eine Reihe von kleineren Unternehmen gekauft.

Im Februar wurde die Akquisition von Pi abgeschlossen. Pi ist spezialisiert auf Cloud-Computing-Infrastrukturen und ergänze EMC in diesem Bereich, meint Gingell. Das Produkt PiWorx ist eine angepasste Plattform für Daten- und Informationsmanagement. Der Zugriff auf Dateien kann dabei von jedem Rechner aus erfolgen, der über einen Browser und Webzugang verfügt. Alle Dateien werden von PiWorx zudem automatisch synchronisiert und gesichert. "Wichtig ist darüber hinaus, dass bestimmte Daten einem ausgewählten Personenkreis für eine gewisse Zeit zur Verfügung gestellt werden können", sagt Gingell.

Im Privatbereich existieren jedoch bislang nur vereinzelte Angebote, die sich speziell an Endkonsumenten richten. So bietet beispielsweise Carbonite einen Dienst, der Backups von Einzelplatz-Rechnern auf einem zentralen Server abspeichert, wodurch die Auswirkungen von Datenverlust beispielsweise durch einen Festplattencrash in Grenzen gehalten werden können. EMC ist mit Mozy ebenfalls in das Consumer-Segment eingestiegen und offeriert Kunden in Kooperation mit Lenovo eine Online-Speicherlösung. (pte)

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