09.08.2011, 11:51

Panagiotis Kolokythas

Experte warnt

Facebook kann Jugendliche laut Studie krank machen

Die Nutzung von Facebook kann Jugendlichen mehr schaden als nutzen. Das behauptet eine neu vorgestellte Studie.
Dr. Larry Rosen, Professor der Psychologie an der California State University, hat auf einer Konferenz der American Psychological Association eine neue Studie über die Auswirkungen von Facebook auf Jugendliche vorgestellt. Die Studie stellt fest, dass die Nutzung von Facebook den Jugendlichen sowohl helfen als schaden kann.
Die Studie hat unter anderem ergeben:
* Jugendliche, die sowohl viele Videospiele spielen als auch Facebook nutzen, Einschlafprobleme und neigen zu einem höheren Anteil zu Ängsten, Depressionen und Magenbeschwerden.
* Jugendliche, die ihre Zeit in Facebook verbringen, sind narzisstischer veranlagt und zeigen mehr Anzeichen von psychologischen Störungen, zu denen unsoziales Verhalten, Manien und aggressive Tendenzen gehören.
* Jugendliche, die mehr Technologien nutzen, fehlen öfters in der Schule.
* Je mehr Jugendliche und Erwachsene Facebook nutzen, desto mehr neigen sie dazu, Alkohol zu konsumieren.
* Der durchschnittliche Jugendliche versendet 2000 Texte im Monat, was zu Problemen in der Kommunikation innerhalb der Familie führen kann und in einigen Fällen zu Sehnenschneideentzündung führen kann.
Die Studie hat aber laut Rosen auch gezeigt, dass die Nutzung von sozialen Netzwerken einen positiven Einfluss auf die Jugendlichen haben können. So könnten die Jugendlichen beispielsweise die "virtuelle Empathie" erlernen und dies auch in die reale Welt übertragen. Außerdem könnten laut Rosen Facebook und andere soziale Netzwerke hilfreiche Werkzeuge für introvertierte Studenten sein zur Kommunikation und Vernetzung sein.
Eltern rät Rosen davon ab, Überwachungstools für Computer einzusetzen, um ihre Kinder bei der Nutzung des Rechners zu überwachen. Die Kinder würden nur wenige Minuten benötigen, um solche Tools zu umgehen. Hilfreicher sei es, den Kindern öfters zuzuhören und weniger Vorträge zu halten. "Das Verhältnis zwischen elterlichem Zuhören und elterlichem Reden sollte bei mindestens 5 zu 1 liegen. Reden Sie eine Minute und hören Sie fünf Minuten zu", empfiehlt Rosen.
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