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Social Networks ebenso viel Ablenkung wie Kaffeetratsch

09.05.2010 | 15:10 Uhr |

Social Networks haben die Arbeitsleistungen von Mitarbeitern nicht wesentlich verändert. Während teils Horrormeldungen darüber grassieren, wie sehr die Social-Media-Plattformen von der Arbeit ablenken und den Unternehmen schaden, versuchen Experten nun zu beruhigen. Abgesehen davon, dass sich mit den Netzwerken neue, nützliche Möglichkeiten für die Firmen auftun, haben sie den Arbeitsalltag nicht allzu sehr umgekrempelt.

Angestellte, die heute ihre Zeit in sozialen Netzwerken vertrödeln, haben sich früher eben am Wasserspender oder bei der Kaffeemaschine verplaudert. Damals wie heute komme es nur auf eine ausgewogene Reglementierung und umsichtige Kontrolle der Chefetage an. Zu diesem Schluss kommt der Berater und Autor Gary M. Gansle, Partner bei Dorsey & Whitney, in einem Beitrag für ReadWriteWeb.

Wenngleich es sicherlich einiger Anpassungen bedarf, wie der Arbeitsplatz heute organisiert werden sollte, sind diese im Kontext nicht derart revolutionär wie einige Schwarzmaler glauben machen wollen, schreibt Gansle. Grundsätzlich seien beim Social Networking im Arbeitsumfeld drei Kategorien zu beachten.

Gansle unterteilt in die Phase vor einer Anstellung, die Zeit während einer Anstellung und die Phase nach einer Anstellung. In allen drei Kategorien seien für die Arbeitgeber unterschiedliche Punkte zu beachten, wie mit dem Thema Social Media richtig umgegangen werden sollte. So empfiehlt der Experte beispielsweise, keinesfalls Facebook-Freundschaften mit Jobanwärtern einzugehen, nur um an persönliche, nicht öffentliche Informationen zu gelangen.

Anstatt Social Networking am Arbeistplatz komplett zu verbieten, empfiehlt Gansle klare Regeln in den Unternehmen, nach denen die Plattformen genutzt werden sollen. So sei etwa denkbar, dass Mitarbeitern vorgegeben werde, während der Arbeitszeit nur zu arbeitsbezogenen Themen zu bloggen und zu twittern. Klargestellt werden müsse auch, dass vertrauliche Interna nicht via Social Networks ausgeplaudert werden dürfen. Das Verbreiten von Falschinformationen über das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden müsse ebenfalls von vornherein untersagt werden.

"Mitarbeiter mittels Firewall von Social Networks auszusperren, ist keine Lösung. Allein vor dem Hintergrund der Entwicklung des mobilen Internets werden Internetsperren keine Zukunft haben", meint auch Social-Media-Experte David Nelles, Corporate Communications virtual identity, gegenüber pressetext. Richtig eingesetzt könnten Mitarbeiter heute als wahre Markenbotschafter in den Online-Netzwerken fungieren.

(pte)

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