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Experte: Online-Steuerrecht zu verworren

07.02.2001 | 10:56 Uhr |

Die Rechts- und Steuervorschriften im Online-Handel bedürfen nach Expertenansicht im Interesse der Unternehmen so schnell wie möglich einer Vereinheitlichung.

Die Rechts- und Steuervorschriften im Online-Handel bedürfen nach Expertenansicht im Interesse der Unternehmen so schnell wie möglich einer Vereinheitlichung.

"Das Ganze gleicht momentan noch eher einem Dschungel. Man hat sich zwar reingewagt, weiß aber nicht, wo man rauskommt", so der Steuer- und Rechtsexperte Roland Rehm in einem dpa-Gespräch in München.

Der Vizepräsident des Europaverbandes der Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuer- und Unternehmensberater (European Consultants Unit - E.C.U.) kritisierte vor allem eine zu lange Reaktionszeit der Behörden. "Der Gesetzgeber schläft, die technische Entwicklung verläuft aber immer schneller."

"Der Gesetzgeber muss auf das Tempo drücken", fordert er. Bislang müsse jeder Internet-Verkäufer immer noch zusätzlich eine schriftliche Rechnung liefern. "Aber wer online arbeitet, stellt auch seine Rechnungen online, das ist Usus", betonte Rehm. Elektronische Dokumente müssten endlich rechtlich anerkannt werden. Im Dezember hatte der Deutsche Bundestag bereits ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht.

Schlussendlich solle die digitale Signatur im Internet die eigenhändige Unterschrift ersetzen können. Dies gilt als entscheidender Schritt zu verstärktem Geschäftsverkehr im Internet. "Es ist zu hoffen, dass die Regelung schnell verabschiedet wird", drängt Rehm.

Auch beim Steuerrecht müsse viel getan werden. So orientiere sich in Deutschland beispielsweise die Ertragssteuer nach dem Betriebssitz eines Unternehmens. Dies werde in der aktuellen Onlinerechts-Diskussion aber in Zweifel gezogen.

Insbesondere bei Online-Geschäften könnten sich die Standorte eines Anbieters, eines Kunden und des jeweiligen Servers, über den eine Transaktion abgewickelt werde, in verschiedenen Ländern, sogar auf verschiedenen Kontinenten befinden. Sinnvoller sei es daher, sich schlicht am Ort des Betriebssitzes zu orientieren. Den jedoch mit dem Standort eines Servers gleichzusetzen, könne "nicht angehen", meinte Rehm. (PC-WELT, 07.02.2001, dpa/ mp)

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