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Experte: Behinderte Menschen sind oft vom Internet ausgeschlossen

Behinderte und ältere Menschen sind häufig von der Nutzung des Internets ausgeschlossen, weil die Webseiten zu unübersichtlich sind.

Behinderte und ältere Menschen sind häufig von der Nutzung des Internets ausgeschlossen, weil die Webseiten zu unübersichtlich sind. "Ältere Menschen kommen mit der Informationsflut nicht zurecht, für Menschen mit einer Sehschwäche ist die Schrift zu klein und Hörgeschädigte werden meistens allein gelassen", sagte Angela Schneider vom Europäischen Berufsbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes am Montag in Bitburg (Rheinland-Pfalz). Dies betreffe etwa Fortbildungslehrgänge, die auch per Lautsprecher angeboten werden.

In der Eifelstadt diskutieren rund 120 Experten aus Deutschland, Schweden, Griechenland und den Beneluxländern noch bis Dienstagabend über Möglichkeiten, Internet-Seiten für alle zugänglich zu gestalten. Allein in Rheinland-Pfalz können demnach 24 Prozent der Bevölkerung die Vorteile des weltumspannenden Datennetzes nicht nutzen, obwohl sie es gerne wollen. Ihnen würde es oft schon helfen, wenn die Schriftgröße verstellbar oder die Sprache einfacher wäre, sagte Schneider. Kommerzielle Anbieter wehrten sich aber häufig gegen solche Vorschläge, ihre Seiten übersichtlicher zu gestalten, mit dem Hinweis, diese Menschen seien nicht ihr Kundenkreis.

"Das ist aber ein absoluter Fehlschluss", betonte Schneider. Denn gerade ältere und behinderte Menschen seien stärker etwa auf Online- Shopping oder Bildungsangebote via Internet angewiesen als andere. Nur rund 16 Prozent aller kommerziellen Anbieter hätten ihre Webseiten in dieser Hinsicht barrierefrei - das heißt für alle zugänglich - gestaltet. Dabei legten ältere Menschen zunehmend die Scheu vor dem Computer ab.

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