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Experiment: So einfach geht Web-Stalking

14.04.2016 | 16:34 Uhr |

Ein russischer Künstler demonstriert im Rahmen eines Projekts, wie einfach Web-Stalking heutzutage bereits ist.

Der russische Kunststudent Egor Tsvetkov will mit seinem Kunst-Projekt "Your face is big data" ("Dein Gesicht ist Big Data") demonstrieren, wie einfach heutzutage Web-Stalking möglich ist. Im Rahmen des Projekts fotografierte er in der U-Bahn die Gesichter von 100 Personen und versuchte dann anschließend über das Internet mehr Informationen über die Personen herauszufinden. Dazu benutzte er die Gesichtserkennungs-App Findface, die ein neurales Netzwerk nutzt, um die Personen auf dem in Russland populären sozialen Netzwerk VK ausfindig zu machen.

Das Ergebnis: Bei 60 bis 70 Prozent aller Personen im Alter von 18 bis 35 Jahren stellte es keinerlei Problem dar, über das in der U-Bahn geknipste Foto weitergehende Informationen über die Personen herauszufinden. Nur bei älteren Personen war es schwieriger.

Tsvetkov hat das Ergebnis seines Kunst-Projekts nun auf dieser Website veröffentlicht. Zu sehen sind jeweils ein Schnappschuss einer Person und daneben ein Foto der gleichen Person, so wie diese Person es irgendwo im Web veröffentlicht hat. Allein die privaten Fotos verraten schon mehr über die Person, als diese vielleicht öffentlich machen möchte.

Der russische Kunststudent erklärt, dass er sich bei der Durchführung des Projekts wie ein "Web-Stalker" gefühlt habe. In vielen Situationen habe er sich bei der Recherche unwohl gefühlt. Immerhin habe er viele persönliche Dinge über eigentlich für ihn komplett fremde Personen erfahren. "Der Sinn meines Projekts ist es zu zeigen, wie Technologie die Möglichkeit nimmt, ein Privatleben zu haben", so Tsvetkov. Und weiter: "Es zeigt uns die Zukunft."

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