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Erster Mensch mit Computer-Virus infiziert

27.05.2010 | 16:17 Uhr |

Ein britischer Forscher hat sich selbst mit einem Computer-Virus infiziert. Er gilt damit als erster Mensch, der mit einem Computer-Schädling infiziert wurde.

Dr. Mark Gasson ist Kybernetik-Experte an der Universität von Reading in Großbritannien und hat sich absichtlich mit einem Computer-Virus infiziert, wobei allerdings ein gutartiger virtueller Schädling verwendet wurde. Dier Forscher implantierte sich einen RFID-Chip in das Handgelenk und legte den Computer-Virus dann auf diesem Chip ab. Das Ganze ist Teil eines Experiments, in dem ermittelt werden soll, wie implantierbare bionische Geräte doch einen Computer-Virus angegriffen werden könnten.

Den im Handgelenk befindlichen RFID-Chip nutzt Gasson, um durch die Zugangskontrollen in seinen Laboren zu gelangen und um sein Handy zu bedienen. Gemeinsam mit seinen Kollegen erstellte Gasson einen Virus für den Chip und legten ihm auf den RFID-Chip ab. Als Gasson anschließend die Zugangskontrollen zu seinen Laboren passierte, kopierte sich der Virus automatisch auf das Lesegerät und anschließend von dort aus auf den RFID-Chip anderer Kollegen, die ebenfalls einen solchen implantiert haben, sobald diese durch die Zugangskontrollen gingen.

Das Experiment soll zeigen, wie Computer-Viren sich auch kabellosüber implantierte Geräte verbreiten können, mit denen sie kommunizieren. Ein Angreifer könnte demnach einen Virus entwickeln, der ihm den Zugang zu Sicherheitsbereichen ermöglichen könnte, deren Zugang über Chips geregelt werden, die in Menschen implantiert sind. Es handelt sich nicht um das erste Mal, dass ein RFID-Chip gehackt wurde. Es ist aber der erste Fall eines gehackten RFID-Chips, der sich innerhalb eines Menschen befand.

Im Falle des Experiments von Gasson war der gehackte Chip nicht in der Lage, Einfluss auf den Gesundheitszustand der Person zu nehmen. Gasson wies aber in einem Interview auf die Gefahren bei Chips hin, die in Menschen implantiert werden, um die Funktion eines Herzschrittmachers zu steuern oder das Gehirn zu stimulieren. "Eine Denia-of-Service Attacke auf einen Herzschrittmacher, wenn so etwas möglich wäre, wäre natürlich sehr schädlich", sagte Gasson.

Im folgenden BBC-Video stellt Gasson sein Projekt vor:

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